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René Benko baut den Karstadt-Konzern um.

Kommentar zu Karstadt

Kostendrücken allein reicht nicht

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Karstadt hat einen neuen Chef. Stephan Fanderl will das Warenhaus-Unternhemen retten und spricht bereits von Personalabbau und Filialschließungen. Doch dies wird nicht ausreichen. Ein Kommentar.

Beim Kaufhauskonzern Karstadt soll in den kommenden Jahren kein Stein mehr auf dem anderen bleiben. Das hoch defizitäre Unternehmen wird umgebaut, Filialen werden geschlossen, die Mitarbeiter sollen auf Geld verzichten. Es geht um das Überleben einer deutschen Traditionsfirma mit mehr als 130-jähriger Geschichte. Und es geht um die Zukunft der 17 000 verbliebenen Beschäftigten.

Die gesamte Einzelhandelsbranche durchlebt einen tief greifenden Strukturwandel. Das Einkaufsverhalten der Menschen hat sich verändert, überdimensionierte Gemischtwarenläden in den Fußgängerzonen braucht heute eigentlich niemand mehr. Gleichzeitig boomt der Internet-Handel. Im Falle von Karstadt kommen schwere Managementfehler hinzu. Zweifelhafte Lenker wie Thomas Middelhoff und Nicolas Berggruen waren in der Vergangenheit nicht in der Lage, dem Unternehmen eine neue Richtung zu geben. Ausbaden mussten und müssen das die Mitarbeiter.

Die neue Karstadt-Führung um Eigentümer René Benko und Vorstandschef Stephan Fanderl sollte schleunigst ihre Pläne offenlegen und deutlich machen, was sie mit den verbleibenden Warenhäusern vorhat. Das ist sie den Mitarbeitern und den Kunden schuldig. Nur die Kosten zu drücken reicht nicht. Karstadt braucht Investitionen und eine Vorwärts-Strategie. Alles andere würde nur das Leiden verlängern.

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