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Der griechische Premier Mitsotakis und Chinas Staatspräsident Xi.

China und Griechenland

Der Kopf des Drachens

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Chinas große Pläne für den griechischen Hafen Piräus.

Griechenland und China wollen ihre Beziehungen ausbauen und vertiefen. „Wir erweitern unsere Zusammenarbeit mit China jetzt, wo Griechenland wieder eine Vorreiterrolle übernimmt“, sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Montag nach einem Treffen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, der sich zu einem offiziellen Besuch in Athen aufhält.

Die griechisch-chinesischen Beziehungen seien „herzlicher als je zuvor“, sagte Mitsotakis. „China und Griechenland befinden sich in einer Phase der Reformen, und unsere Völker wünschen eine engere Zusammenarbeit und mehr Kontakte“, bekräftigte der chinesische Staatsgast. Anlässlich des Besuchs unterzeichneten die Vertreter beider Regierungen 16 Abkommen über wirtschaftliche, politische und kulturelle Zusammenarbeit.

Am Montagnachmittag besichtigten der chinesische Staatschef und der griechische Ministerpräsident den Hafen von Piräus. Der staatliche chinesische Logistikkonzern Cosco hatte 2016 die Mehrheit an der Hafengesellschaft übernommen und baut Piräus zu einer Drehscheibe des Handels zwischen Asien und Europa aus. Xi sprach von dem Hafen als dem „Kopf des chinesischen Drachens in Europa“.

Piräus, so die Pläne, soll Bremerhaven und Hamburg überholen und im Containerverkehr zum drittgrößten Hafen Europas nach Rotterdam und Antwerpen werden.

Ihr Engagement in Griechenland unterstreichen die Chinesen auch im Finanzsektor: Anlässlich des Besuchs des Staatschefs gaben die Bank of China und die Commercial Bank of China die Eröffnung von Niederlassungen in Athen bekannt. Staatliche und private chinesische Unternehmen haben seit 2005 rund 7,5 Milliarden Euro in Griechenland investiert. Damit ist China der größte ausländische Investor in Hellas.

Griechenland, das sich von der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit erholt, setzt nicht nur auf weitere chinesische Investitionen, sondern auch auf neue Exportmöglichkeiten. Große Chancen für Ausfuhren nach China sieht vor allem die griechische Nahrungsmittelindustrie. Auch im Tourismus gibt es Potenziale: Im vergangenen Jahr kamen 190 000 chinesische Urlauber nach Griechenland. 2021 sollen es bereits 500 000 sein, kündigte Mitsotakis an. Die Zahl der Direktflüge zwischen China und Griechenland wird bereits im kommenden Sommer verdoppelt.

Zum Abschluss seiner Staatsvisite will Xi Jinping an diesem Dienstag das Athener Akropolis-Museum besuchen. Griechen und Chinesen verbindet, dass beide Völker auf eine mehrere Jahrtausende alte Geschichte zurückblicken können. In einem Gastbeitrag für die Zeitung „Kathimerini“ schrieb Xi, China und Griechenland sollten „Lehren aus der tiefen Weisheit ihrer alten Zivilisationen ziehen“ und engere Beziehungen „auf der Grundlage von Respekt, Gerechtigkeit und Zusammenarbeit zum beiderseitigen Nutzen“ knüpfen.

Mitsotakis, der erst Anfang vergangener Woche die Handelsmesse Expo in Schanghai besucht hatte, will im April zu einem offiziellen Besuch nach Peking reisen.

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