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Sozialkassen

Kontrolle tut not!

  • Ulrike Mascher
    VonUlrike Mascher
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Organisierte Kriminalität bei Pflegediensten

Vertrauen ist ein kostbares Gut, das meist mühsam aufgebaut werden muss, aber oft schnell verspielt ist. Die aufgedeckten Betrügereien bei Pflegediensten erweisen den vielen ehrlichen und professionellen Pflegeeinrichtungen einen Bärendienst. Jedoch zeigen die Vorfälle, dass es organisierte Kriminalität in der Pflege und unter Pflegekäften gibt. Leistungen sind abgerechnet worden, die nicht erbracht wurden, vor allem bei schwer Pflegebedürftigen. Daher muss es ein engmaschigeres und besseres Kontrollsystem geben.

Nicht nur die Pflegebedürftigen und deren Angehörige sind betroffen, auch die Pflegekräfte selbst. Bei den illegalen Machenschaften nutzen die Betrüger deren wirtschaftliche Notlagen aus. Meist kommen sie aus Osteuropa, sind eher Hilfskräfte in der Pflege und müssen sich zu Dumpinghonoraren durchschlagen. Auf der Strecke bleiben Motivation und Qualität der Pflege.

Außerdem schaden die betrügerischen Pflegekräfte den Sozialkassen mit ihren falschen Abrechnungen. Wir brauchen auch bei ambulanten Pflegediensten bessere Kontrollen, da hier meist nur die Angehörigen kontrollieren können – wenn überhaupt.

Ausdrücklich unterstütze ich die Anordnung der Gesundheitsministerin in NRW, ambulante Pflegedienste zu verpflichten, ihre Arbeit bei den Aufsichtsbehörden der Kreise und kreisfreien Städte anzumelden. Ein Beispiel, das bundesweit Schule machen sollte. Eine größtmögliche Transparenz bei der Abrechnung und der Vergabe von Leistungen sind weitere notwendige Schritte, um den Pflegebetrug zu bekämpfen. Vor allem bei Leistungen in der häuslichen Krankenpflege haben die Betrügereien erhebliche Ausmaße erreicht. Dass hier nicht geprüft wird, ist unverständlich. Es braucht ab sofort und verpflichtende Überprüfungen!

Auch die Mediziner stehen in der Verantwortung. Sie haben eine Lotsenfunktion und müssen beim sensiblen Thema Pflege genauer hinsehen. Die ambulanten Dienste sind auf die Expertise des Arztes angewiesen und er sollte auch Pflegebegleiter sein.

Unangemeldete Besuche durch Fachleute der Kassen sollten bei begründeten Verdachtsfällen obligatorisch sein. Die Ereignisse zeigen darüber hinaus, dass die Ausbildung von Pflegekräften höchste Priorität haben sollte. Eine spürbare finanzielle Besserstellung und ein höheres Ansehen sind wichtige Instrumente, um Betrug in der Pflege künftig zu vermindern.

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