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Junge Leute wünschen sich Wertschätzung und Feedback.

Praktikanten

Kontaktpflege: Mangelhaft

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Damit aus Praktikanten die Fachkräfte von morgen werden, müssen Firmen mehr tun, zeigt eine Studie. Das betrifft insbesondere den Mittelstand.

Der deutsche Mittelstand tut sich schwer damit, Praktikanten an sich zu binden und deren Potenzial als digital versierte Fachkräfte auszuschöpfen. Das legt der aktuelle „Future Talents Report“ nahe, den die Unternehmensberatung Clevis am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat. Dafür waren fast 7700 Praktikanten aus verschiedenen Sparten in ganz Deutschland befragt worden.

Was auffällt: Obwohl 90 Prozent der Befragten angaben, gerne zukünftig bei dem betreffenden Unternehmen arbeiten zu wollen, hatte fast die Hälfte von ihnen nach dem Praktikum keinen beruflichen Kontakt mehr zum ehemaligen Arbeitgeber. 30 Prozent sagten, es gebe zumindest private Bindungen, 19 Prozent hatten keinerlei Kontakt mehr. In mittelständischen Unternehmen sah die Lage schlechter aus als in großen Konzernen – sie hielten in 61 Prozent der Fälle keinen beruflichen Kontakt zu den ehemaligen Praktikanten. Zudem unterhielten sie seltener als Großunternehmen Alumninetzwerke oder gaben Studierenden die Möglichkeit, in der Firma ihre Abschlussarbeit zu schreiben. Damit vergeben sie nach Einschätzung von Clevis auch die Chance, deren Know-how zu nutzen.

Die für den Bericht befragten Praktikanten waren im Durchschnitt 25 Jahre alt – gehörten also mehrheitlich der sogenannten Generation Y an. Diese Gruppe der 1980 bis 1999 Geborenen werde schon im kommenden Jahr die Hälfte aller Arbeitnehmer ausmachen, heißt es in der Studie. Doch nicht nur deswegen sei es für Unternehmen existenziell, qualifizierte Nachwuchskräfte aus der Generation Y zu rekrutieren. Diese brächten zudem eine „Affinität und einen selbstverständlichen Umgang mit Technologien und neuen Kommunikationsmöglichkeiten“ mit, durch die sie Firmen bei der digitalen Transformation ihrer Geschäftsfelder unterstützen könnten.

Doch dafür müssten Unternehmen lernen, sich besser an die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen. Dazu zähle neben einer besseren Bezahlung auch regelmäßiges Feedback und eine gute „Work-Life-Balance“. Die drei beliebtesten Arbeitgeber waren demnach die Kindernothilfe, die Holtzbrink Publishing Group und SAP. In der Studie wird empfohlen, Praktikanten mehr wertzuschätzen und sie als potenzielle Mitarbeiter ernstzunehmen. Den ersten Schritt wollen die Verfasserinnen machen, indem sie den früheren „Praktikantenspiegel“ in „Future Talents Report“ umbenennen. Damit werde der Zielgruppe „ein ihrer Bedeutung angemessener Titel verliehen“.

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