Der Tarifstreit zwischen der Lufthansa und den Piloten schien festgefahren. Nun hat sich die Lage durch den Germanwings-Flugzeugabsturz verändert.
+
Der Tarifstreit zwischen der Lufthansa und den Piloten schien festgefahren. Nun hat sich die Lage durch den Germanwings-Flugzeugabsturz verändert.

Lufthansa-Pilotenstreik

Konflikte lösen, Kosten senken

  • Frank-Thomas Wenzel
    vonFrank-Thomas Wenzel
    schließen

Im Tarifkonflikt mit den Piloten weicht die Lufthansa von ihrem Konfrontationskurs ab und bietet die Gesamtschlichtung an. Doch das heißt längst nicht, dass alle Probleme vom Tisch wären. Ein Kommentar.

Na endlich. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat am Mittwoch auf der Hauptversammlung  verkündet, worauf die Piloten gewartet haben. Er hat sich bereit erklärt, im verfahrenen Tarifkonflikt mit den Flugzeugführern eine „Gesamtschlichtung“ anzugehen. Noch vor sechs Wochen war das undenkbar. Doch dann kam der Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März. Seither ist alles anders.

Das gilt auch für die Determinanten des Konflikts mit den Piloten. Vorher war die Strategie des Managements, die Piloten so lange streiken zu lassen, bis ihnen die Luft ausgeht – egal wie lange das dauert. Der Konfrontationskurs sollte ein für alle Mal die Macht der Frauen und Männer im Cockpit brechen und disziplinierend auf alle anderen Arbeitnehmer im Konzern wirken. Diese Strategie geht nach der Germanwings-Katastrophe gar nicht mehr, denn jetzt herrscht unter Lufthanseaten vor allem das Gefühl vor, dass man zusammenstehen muss.

#article

Gesamtschlichtung bedeutet allerdings längst nicht, dass sich jetzt alle problematischen Punkte in Wohlgefallen auflösen. Im Gegenteil, die Verhandlungen werden noch komplizierter, weil es um ein halbes Dutzend Themen gleichzeitig geht und weil die Piloten nun auch bei der künftigen strategischen Ausrichtung der Lufthansa ein gewichtiges Wort mitreden werden. Mit diesem Mandat müssen sie verantwortungsvoll umgehen. Denn an der Aufgabe, dass die Lufthansa dringend ihre Kosten senken muss - auch beim Personal - hat sich nichts geändert.        

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare