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Das BIP kommt früher

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Statistisches Bundesamt beschleunigt Veröffentlichung von Daten.

Wer etwas über das Leben in Deutschland erfahren will, der kommt am Statistischen Bundesamt nicht vorbei. Die Wiesbadener Statistiker verarbeiten vom Preis eines Tortenbodens über den CO2-Ausstoß bis zu den Schulerfolgen unserer Kinder fast alle Daten, die für die Gesellschaft interessant sein könnten. Und gelten dabei als sehr verlässlich.

Nun wollen die Statistiker näher an das tägliche Geschehen heranrücken. „Unsere Daten müssen dann, wenn der Entscheidungsträger sie braucht, mit hoher Qualität zur Verfügung stehen“, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Georg Thiel, der Frankfurter Rundschau. Das bedeute, dass man versuche, die Erhebung und Verarbeitung der Daten zu beschleunigen.

Wenn zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Daten der dokumentierte Vorgang bereits mehr als ein Jahr zurückliege, finde das keine große Resonanz mehr. „Wir müssen immer näher an den Nowcast rangehen“, so Thiel. „Das ist manchmal komplex im Föderalismus, aber das schaffen wir. Da sind wir auf einem guten Weg.“

30 statt 45 Tage

Als Erfolgsbeispiel nennt der Präsident des Statistischen Bundesamtes das Bruttoinlandsprodukt. „Da stehen wir kurz davor, den Zeitraum zwischen dem Ende des Quartals und der Veröffentlichung der Daten von 45 auf 30 Tage zu verkürzen“, so Thiel. „In experimentellen Studien, die wir gerade durchführen, sehen wir, dass wir noch schneller werden können.“ Auch durch die Einführung des LKW-Maut-Fahrleistungsindex in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Güterverkehr kann ein erster Konjunkturindikator nun schon nach 15 Tagen veröffentlicht werden. Bisher wurde der erste Indikator nach 35 Tagen veröffentlicht.

„Wirtschaft und Politik bekommen damit bessere Gradmesser dafür, wie es gerade aussieht“, sagte Thiel. Damit könnten Regierung und Firmen früher auf Entwicklungen reagieren. Doch auch für die Akzeptanz der Arbeit des Statistischen Bundesamtes seien die Fortschritte von großer Bedeutung. „Für die Statistik ist es überlebenswichtig, dass wir näher an den Erfassungszeitraum der Daten herankommen. Es bringt uns wenig, wenn einer bei den großen Suchmaschinen sucht und etwas findet, was nicht die amtliche Statistik ist, weil unsere Daten zu alt sind.“

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