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Kochs Tage bei Puma sind gezählt

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Puma-Chef Franz Koch verlässt Puma im März 2013.
Puma-Chef Franz Koch verlässt Puma im März 2013. © REUTERS

Puma-Chef Franz Koch ist beim Sportartikler gescheitert. Er hat sich am Erbe von Jochen Zeitz und Großaktionär PPR die Zähne ausgebissen. Es habe das Vertrauen gefehlt, dass Koch Puma in eine neue Zukunft führen könne, heißt es aus der Konzernzentrale.

Von Thomas Magenheim

Großaktionär PPR zeigt dem erst seit eineinhalb Jahren amtierenden Chef des Herzogenauracher Sportartiklers Puma, Franz Koch, die rote Karte. Der 33-jährige scheide in beiderseitigem Einvernehmen Ende März 2013 aus, ließ der französische Luxusartikelkonzern, der 2007 bei den Franken eingestiegen war, nach einer Sitzung des Puma-Verwaltungsrats mitteilen. PPR plane mit einem neuen Managementteam in Herzogenaurach und das schließe den Firmenchef mit ein, übermittelte ein Firmensprecher den Willen der Franzosen. Es habe das Vertrauen gefehlt, dass dieser Puma in eine neue Zukunft führen könnte. Das sind harte Worte, denen Warnschüsse und schlechte Geschäftszahlen vorangingen.

Unzufrieden mit Koch

Erst vor wenigen Wochen hatten sich PPR-Mächtige mit Puma und Koch öffentlich unzufrieden gezeigt und mit dieser Art der Schelte für Stirnrunzeln gesorgt. Während die Geschäfte vor allem beim großen Lokalrivalen Adidas trotz Euro- und Konjunkturkrisen unvermindert gut laufen, stehen die Zeichen bei Puma seit einiger Zeit auf Sturm. Mit einer zu krassen Hinwendung zur Mode und dem einstigen Erfolgsrezept Sportlifestyle ist der Marke mit der springenden Wildkatze das sportliche Image abhanden gekommen. Die Gewinne brechen ein. Koch musste ein Sparprogramm verkünden, das auch hunderte Stellen kosten dürfte.

Verschmelzung von Sport und Mode

Selbst zu verantworten hat der jugendliche Manager, der erst im Juli 2011 an die Spitze der Herzogenauracher getreten war, die Lage sehr bedingt. Die Modelastigkeit von Puma war die Kehrseite der Medaille, die sein langjähriger Vorgänger Jochen Zeitz dem Unternehmen umgehängt hatte. Er gilt als Erfinder der Verschmelzung von Sport und Mode unter dem Begriff Sportlifestyle, mit der Puma vom Pleitekandidaten zum Überflieger und Trendsetter wurde. Als sich immer mehr Nachahmer fanden und sich Modeunternehmen einen sportlichen Touch gaben, war die Alleinstellung von Puma aber dahin und das eigene sportliche Image unterentwickelt. Vom Sportjahr 2012 mit Fußball-EM und Olympischen Spielen konnte Adidas, nicht aber Puma profitieren. Als dann auch noch Zeitz zum 1. Dezember alle operativen Funktionen im PPR-Verwaltungsrat abgab und mit Jean-Francois Palus ein Franzose die dortige Macht übernahm, begann die Uhr für Koch zu ticken. Jetzt ist sie sehr schnell abgelaufen. Wer sein Nachfolger wird, ist noch unklar.

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