Wodka in Strömen. 
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Wodka in Strömen. 

Auf Ex

Den Klimawandel wegtrinken

  • Daniel Baumann
    vonDaniel Baumann
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Ein amerikanisches Jungunternehmen stellt Wodka aus Kohlenstoffdioxid her.

Ein Wodka aus Abgasen? Das klingt zunächst mal skurril. Dem Start-up Air Co. aus New York ist es gelungen, eine Technologie zu entwickeln, mit der der Klimakiller Kohlenstoffdioxid in Alkohol verwandelt werden kann. Das erste von dem Jungunternehmen hergestellte Produkt ist ein CO2-negativer Wodka. Damit ist er nach Firmenangaben der erste und bisher einzige seiner Art und ein weiteres Beispiel dafür, wie aus dem Abgas CO2 etwas Sinnvolles entstehen kann.

Für die Herstellung des Wodkas benötigt Air Co. nach eigener Aussage nur Luft, Wasser und Energie. Einzelheiten verrät das Unternehmen nicht. Bekannt ist aber Folgendes: Per Elektrolyse wird Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Der Wasserstoff wird dann mit CO2, das zuvor der Luft entzogen wurde, zu Alkohol und Wasser – wobei Letzteres beim Destillieren abgetrennt wird.

Der so hergestellte Wodka hat eine negative CO2-Bilanz. Die energieintensive Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe wird einfach übersprungen. Hinzu kommt, dass das Unternehmen für die Produktion Solarenergie nutzt.

Zudem pflanzt es zum Ausgleich für gedruckte Etiketten Bäume, wie die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrem Magazin schreibt. Bei der Herstellung einer herkömmlichen Flasche Wodka mit Getreide oder Kartoffeln werden hingegen 6,5 Kilogramm CO2 freigesetzt.

Der Air Co.-Wodka enthält laut der Webseite des Start-ups keine Kohlenhydrate, keinen Zucker und kein Gluten. Außerdem sei er frei von Rückständen, die beim traditionellen Herstellungsprozess etwa mit Getreide zurückbleiben.

Ganz billig ist der Genuss allerdings nicht: Eine Flasche des klimafreundlichen Wodkas kostet umgerechnet etwa 60 Euro und kann nur in ausgesuchten New Yorker Locations getrunken werden. Geschmacklich soll er anderen hochpreisigen Wodkas in nichts nachstehen. Er habe einen „weichen, puren Geschmack, sogar gut genug, um daran zu nippen“, schreiben zum Beispiel die auf Luxus spezialisierten Journalisten des Robb Report: „Wer dachte schon, dass Nachhaltigkeit so wunderbar schmecken kann.“

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