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Protest von Klimaaktivisten in Berlin. Der Petersberger Klimadialog tagte nach seiner Gründung in Petersberg bei Bonn nur noch in der deutschen Hauptstadt.

Petersberger Klimadialog

Klimawandel – war da was?

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Im diesem Jahr fällt die Weltklimakonferenz wegen Corona aus. Doch der als Vorbereitung gedachte Petersberger Klimadialog findet trotzdem statt – wenn auch nur digital.

Klimadiplomaten sehen sich seit vielen Jahren schon mit dem immer gleichen Vorwurf konfrontiert: Ihr vieles Reisen von einer Klimakonferenz zur nächsten sei ja wohl kaum der Minderung von Treibhausgasen in der Atmosphäre dienlich. Als Vielflieger trügen sie mit zur Erderwärmung bei, die sie doch eigentlich begrenzen wollen. Die Teilnehmer des diesjährigen Petersberger Klimadialogs müssen sich allerdings keine Rechtfertigung zurechtlegen. Die internationale Konferenz findet am Montag und Dienstag Corona-bedingt erstmals nur digital statt, per Videoschalte.

Im Laufe der zwei Tage werden sich Ministerinnen und Minister aus rund 30 Staaten zusammenschalten. Für Dienstag haben auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres und Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Präsenz angekündigt. Das Forum will vor allem über „nachhaltige Krisenbewältigung“ sprechen – also über die Frage, wie klimaschonende Strategien im Umgang mit der Pandemie und ihren Auswirkungen aussehen könnten.

„Die Frage, wie die Weltgemeinschaft den Neustart der Weltwirtschaft organisiert, ist für den Klimaschutz entscheidend“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze im Vorfeld der Konferenz. Die SPD-Politikerin erhofft sich von den Gesprächen eine gesteigerte Bereitschaft zur internationalen Zusammenarbeit. „Ein abgestimmtes internationales Vorgehen bleibt auch in der Klimapolitik unabdingbar“, sagte sie. Als deutsche Umweltministerin ist sie Mit-Gastgeberin der Konferenz.

Den Petersberger Klimadialog rief Bundeskanzlerin Angela Merkel 2010 ins Leben. Im ersten Jahr fand er auf dem Petersberg bei Bonn statt. So erklärt sich der Name. Seither aber war stets Berlin der Tagungsort. Der Dialog dient vor allem der Vorbereitung der Weltklimakonferenz. Die diesjährige Ausgabe der UN-Klimakonferenz – die „COP 26“ – fällt allerdings aus. Eigentlich sollte sie im November im schottischen Glasgow stattfinden. Doch die britische Regierung, die dieses Jahr die Präsidentschaft innehat – hat das Gipfeltreffen auf nächstes Jahr verschoben.

Der britische Energieminister Alok Sharma möchte Zweifel daran zerstreuen, dass der Klimaschutz in der Corona-Pandemie an Bedeutung verliert. „Als Präsident der COP26 stehe ich fest zu dem Ziel, den weltweiten Einsatz für den Klimaschutz zu erhöhen, damit wir unsere Zusagen aus dem Pariser Übereinkommen erfüllen“, sagte Sharma. Gefragt sei jetzt ein „grüner und krisenfester Neustart“, bei dem niemand auf der Strecke bleibe.

In diesem Jahr werden nicht nur Minister am Dialog teilnehmen. Eingeladen sind auch nicht-staatliche Akteure wie Unternehmen, Gewerkschaften, Wissenschaftler, Stadtvertreter und Nichtregierungsorganisationen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) setzt durchaus Hoffnungen in das Forum: „Ich begrüße sehr, dass die Kanzlerin sich entschieden hat, diesen Dialog nicht abzusagen, sondern an ihrer Einladung festgehalten hat“, sagte Antje von Broock, Geschäftsführerin des BUND, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie hoffe auf ein Bekenntnis der internationalen Gemeinschaft zur gemeinsamen Eindämmung der Klimakrise. Die derzeit geplanten Konjunktur- und Wirtschaftsmaßnahmen dürften diesem Ziel nicht widersprechen. „Wahnsinnige Summen“ würden jetzt bewegt – diese müssten die Weichen in eine nachhaltige Gesellschaft stellen, forderte von Broock.

Derweil trat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Eindruck entgegen, der Klimaschutz würde in der Corona-Krise zur Nebensache. Die im Juli beginnende EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands werde wegen der Pandemie „anders ablaufen, als wir uns das vorgenommen hatten“, sagte die CDU-Politikerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast. Klimafragen werde man „genauso auf der Tagesordnung haben wie die Gesundheitsfragen“.

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