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Klimakrise

Klimawandel: Jahr 2020 erneut mit Hitze-Rekord

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Die Temperatur hat 2020 weltweit erneut einen neuen Höchststand erreicht. Trotz kühlendem La-Niña-Phänomen sind die Auswirkungen des Klimawandels spürbar.

  • Im Jahr 2020 waren die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spürbar.
  • In 2020 wurde die höchste je aufgezeichnete Durchschnittstemperatur gemessen.
  • Alle Nachrichten zum Klimawandel finden Sie auf unserer Themenseite.

Frankfurt – Die Klimakrise läuft unvermindert weiter. 2020 hat den Rekord für das wärmste Jahr eingestellt. Die globale Mitteltemperatur lag genauso hoch wie beim bisherigen Rekordhalter, dem Jahr 2016, und das trotz einer Abkühlung durch das La-Niña-Phänomen. Die Erwärmung betrug 1,25 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau, wie der Copernicus-Klimawandeldienst (C3S) der EU mitteilt. In Europa war 2020 so warm wie kein anderes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Klimawandel: Letztes Jahrzehnt war das wämste seit Start der Messungen

Der Copernicus-Dienst betonte, dass 2020 „das sechste Jahr in Folge in einer Reihe außergewöhnlich warmer Jahre“ war. Zudem sei 2011 bis 2020 das wärmste Jahrzehnt seit Mitte des 19. Jahrhunderts gewesen. 2020 steche aufgrund einer außergewöhnlichen Hitze in der Arktis und zahlreichen Tropenstürmen im Nordatlantik hervor, kommentierte C3S-Direktor Carlo Buontempo. „Es überrascht nicht, dass das letzte Jahrzehnt das wärmste je aufgezeichnete war“, sagte er. Das sei ein erneutes Warnsignal, „dass die ambitionierten Reduzierungsmaßnahmen von Treibhausgasen noch dringender umzusetzen sind, um weitere schlimme Folgen durch den Klimawandel zu verhindern.“

Klimawandel: Ohne La-Niña-Effekt wäre Jahr 2020 noch wärmer geworden

2016 hatte ein El-Niño-Phänomen im Pazifik zum Wärmerekord beigetragen, Forscher schätzen, dass der Wert sonst 0,1 bis 0,2 Grad niedriger gelegen hätte. El-Niños treten alle zwei bis sieben Jahre auf. Dabei lässt warmes Oberflächenwasser im tropischen Pazifik die globale Temperatur ansteigen. La Niña hat den gegenteiligen Effekt, sie senkt die Werte. Entsprechende Bedingungen entwickelten sich laut C3S im zweiten Halbjahr 2020. „Es ist höchstwahrscheinlich, dass 2020 ohne den La-Niña-Effekt das Jahr 2016 noch übertroffen hätte“, sagte der Kieler Klimaexperte, Professor Mojib Latif, der FR.

In Europa war das Jahr 2020 laut dem Copernicus-Dienst im Schnitt sogar 2,2 Grad wärmer als in vorindustrieller Zeit und um 0,4 Grad wärmer als das bisherige europäische Rekordjahr 2019. In Deutschland war es das zweitwärmste Jahr, so der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. Es handle sich um das zehnte Jahr in Folge, in dem die Durchschnittstemperatur über dem vieljährigen Durchschnitt lag.

Aufräumen nach dem Hurrikan Eta: Nicaragua im November.

Klimawandel: Neuer Rekord auch bei CO2-Konzentration

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre erreichte im vorigen Jahr unterdessen einen neuen Höchststand – mit 413 ppm (parts per million). Zwar lag die Zunahme etwas niedriger als 2019, unter anderem eine Folge der weltweiten Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie. Die globalen Emissionen sanken um rund sieben Prozent. Doch die Copernicus-Experten sehen darin noch keine Entwarnung. Das sei „kein Grund zum Ausruhen“, sagte der Direktor des Copernicus Atmosphere Monitoring Service, Vincent-Henri Peuch. „Im Gegenteil, solange die Nettoemissionen weltweit nicht auf Null reduziert werden, wird sich CO2 weiter in der Atmosphäre anreichern und den Klimawandel beschleunigen.“

Klimawandel: Forscher mit eindringlichem Appell zu CO2-Reduktion

Der Co-Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Johan Rockström, warnte: „Wir blicken zurück auf ein erschreckend warmes Jahrzehnt, mit einer erschreckenden Menge von Extremereignissen“, darunter Dürren in den USA und Buschbrände in Australien, die Menschheit gefährde die eigenen Lebensgrundlagen, wenn sie den Planeten weiter aufheize. Es sei möglich, die nötige CO2-Reduzierung zu schaffen. „Aber wir müssen wirklich jetzt damit anfangen.“

Copernicus ist das wichtigste Erdbeobachtungsprogramm der EU. Der Klimawandel-Dienst erhebt eigene Daten und nutzt weitere Aufzeichnungen von Bodenstationen, Ballons, Flugzeugen und Satelliten. (Joachim Wille)

Rubriklistenbild: © AFP

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