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Cassia Attard.

Forschung

Klimawandel: Jung-Star mit Superpower

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Was, wenn Probleme nicht angepackt werden? Einfach selber machen, sagt Cassia Attard. Die 18-Jährige will den Klimawandel stoppen.

Wer die Probleme unserer Zeit lösen will, braucht Superkräfte. Die 18 Jahre alte Cassia Attard ist überzeugt, dass sie diese Superkräfte hat. Wie so viele junge Menschen kämpft die Kanadierin gegen den Klimawandel – und straft jene Lügen, die den Klimaaktivisten vorwerfen, sie wüssten nicht, wovon sie sprechen. Schon zu Schulzeiten forscht Attard mit Wissenschaftlern an künstlicher Intelligenz und innovativer Energieerzeugung und wird zu großen Konferenzen eingeladen.

„Ich bin Teil der ersten Generation mit Zugang zu unendlichem Wissen“, sagt sie Anfang September in Frankfurt auf dem Zukunftsfestival Me Convention. Die 18-Jährige spricht – natürlich – vom Internet. Wie viele ihrer Gleichaltrigen ist Attard seit Jahren online. Vor allem hat sie von und mit dem Internet gelernt. „Ich bin so dankbar, mit dieser Superpower aufgewachsen zu sein“, sagt sie im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau.

Den Klimawandel genau verstehen

Schon früh beschäftigt sich Attard mit dem Klimawandel. Mit 16 Jahren tritt sie dann The Knowlegde Society (Die Wissensgesellschaft) bei – eine Organisation in Toronto für Schüler zwischen 13 und 17 Jahren. TKS kopiert Strukturen von Google, Facebook und anderen großen Tech-Unternehmen. Die jungen Teilnehmer des Programms sollen lernen, zusammenzuarbeiten und große Probleme auf unkonventionellen Wegen zu lösen. „Dort habe ich realisiert, dass ich neue Technologien nutzen kann, um einen riesigen Einfluss auf die Welt zu haben“, sagt Attard.

Bei der Knowledge Society beginnt sie sich mit Nanotechnolgie, künstlicher Intelligenz und neuen Produktionsweisen von Fleisch zu beschäftigen. Wenn die Kurse vorbei sind, schaut sie abends Videos auf Youtube, liest wissenschaftliche Texte, die sie im Internet gefunden hat. Eine Idee, für die sie brennt: Fensterscheiben als Solaranlagen. „Als ich davon hörte, dachte ich: Das ist revolutionär.“ Schließlich gebe es in vielen Städten nur wenig Platz für Solaranlagen.

„Aber was, wenn wir die bestehende Infrastruktur der Fensterscheiben nutzen und jedes Gebäude sich auf diese Weise selbst mit Energie versorgt?“ Die Technik gebe es bereits, sagt sie. Die Quantenpunkte, auf denen die Idee basiere, seien allerdings bislang sehr giftig. Außerdem sei die Technik noch zu teuer. Aber Attard, die selbst mit Wissenschaftlern der Unis von Toronto und Waterloo daran forschte, ist sich sicher: Eine Lösung der Probleme ist nicht mehr allzu fern.

Zur Zeit macht Attard ein Jahr Pause zwischen Schule und Universität. Sie will die freie Zeit nutzen, den Klimawandel genau zu verstehen. „Ich will herausfinden, aus welchem Winkel ich ihn angreifen kann, um die größte Wirkung zu erzielen.“

Den Klimawandel stoppen, neue Energiequellen finden – große Themen für eine 18-Jährige. Steht sie unter Druck, fühlt sie sich überfordert? Ja, gibt sie zu. Manchmal frage sie sich schon: „Was, wenn ich die Welt nicht verändern kann?“ Aber Attard hat Vertrauen in die eigenen Kräfte. „Ich versuche es einfach, und wenn es nicht klappt, ist es auch okay: Ich weiß, dass meine Familie mich liebt, auch wenn ich scheitere.“

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