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Sehr gute Ökobilanz: ein Tiny-Haus aus Holz.
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Sehr gute Ökobilanz: ein Tiny-Haus aus Holz.

CO2-Effizienz

Klimaschutz mit Holz und Carsharing

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Forscher der Uni Freiburg sehen großes CO2-Einsparpotenzial durch sparsamere Materialnutzung im Gebäudesektor und der Kfz-Industrie.

Klimaschutz ist in der Herstellung viel genutzter Materialien wie Stahl oder Zement besonders schwierig. Zwei Sektoren, Gebäude und Verkehr, gehörend zu den wichtigsten Verbrauchern dieser Stoffe. Das Wachstum in diesen Bereichen ist weltweit ungebrochen. Doch es gibt eine Chance, umzusteuern. Das zeigt eine neue Studie.

Eine effizientere Nutzung von Materialien bei Wohngebäuden und Autos könnte danach bis 2050 enorme Mengen Treibhausgase einsparen, nämlich bis zu zwei Drittel des bisherigen Ausstoßes. Stichworte dazu: Holzbau statt Beton, kleinere Wohnflächen pro Kopf, bessere Wiederverwertung von Altmetallen, Car-Sharing.

CO2-Emissionen: Gebäude und Verkehr nicht besonders nachhaltig

Die Bau- und Gebäudewirtschaft ist laut einem UN-Report für 38 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich, der Verkehrssektor bringt es auf 25 Prozent. Die Corona-Lockdowns haben in beiden Branchen zwar zu zeitweisen Einbrüchen geführt, ein Umsteuern zur Nachhaltigkeit ist jedoch nicht Sicht.

Eine konsequente Effizienz-Strategie bei der Materialnutzung könnte das ändern. Bis zum Jahr 2050 wäre es möglich, im Gebäudesektor bis zu 52 Milliarden Tonnen CO2 und bei den Pkw bis zu 26 Milliarden Tonnen einzusparen, werden, wie ein Forschungsteam um Stefan Pauliuk von der Universität Freiburg ermittelte. Er analysierte dafür zehn globale Strategien zur Materialeffizienz und berechnete deren gemeinsames maximales Potenzial – für den Fall, dass sie konsequent bis 2040 umgesetzt würden und von einer strikten Klimapolitik flankiert würden. Ein Beispiel ist die Wiederverwendung von Stahlschrott aus der Herstellung etwa von Autos, sogenannten Stanzresten, die eine hohe Materialqualität haben. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.

Bei Wohngebäuden hat laut der Studie eine Umstellung von der klassischen Bauweise mit Steinen, Beton und Stahl auf Bauen mit Holz mit das größte Potenzial. Einerseits ist die Produktion von Zement und Stahl ist sehr CO2-intensiv; sie würde heruntergefahren. Andererseits wird in Holzbauten CO2 langfristig gespeichert, das von den Bäumen beim Wachstum per Photosynthese aus der Atmosphäre aufgenommen wurde. Ähnlich stark kann der Treibhausgas-Ausstoß durch eine veränderte Nutzung der Häuser sinken, etwa dadurch, dass der Trend zur immer größeren Wohnfläche pro Kopf umgekehrt wird. Bei den Autos hat der gemeinschaftliche Gebrauch die größten Potenziale, etwa durch die Bildung von Mitfahrgemeinschaften und das Umsteigen vom eigenen Auto auf Carsharing.

Klimawandel bekämpfen: Öko-Strom reicht nicht

Das Forschungsteam betont, dass für die notwendigen Senkung des CO2-Ausstoßes die Umstellung auf Öko-Strom weder im Wohngebäude- noch im Pkw-Sektor ausreiche. Bei den Gebäuden werden strombetriebene Wärmepumpen statt Gas- und Ölheizungen und bei den Autos der Batterieantrieb statt Benzin- und Dieselmotoren favorisiert. Hier seien aber zusätzliche Effizienzmaßnahmen erforderlich.

Pauliuk kommentiert: „Unsere Untersuchung zeigt, dass Materialeffizienz ein Schlüssel zu einer weitgehenden Klimaneutralität sein kann.“ Die Potenziale seien enorm. „Sie sollten stärker genutzt werden“, sagte Pauliuk, der Professor für nachhaltiges Energie- und Stoffstrommanagement ist. Es sei entscheidend, Strategien zur Materialeffizienz einen ähnlich hohen Stellenwert wie Maßnahmen zur Energieeffizienz zu geben. Dann werde das Erreichen des Paris-Ziels, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, leichter möglich. „Die Maßnahmen zur Materialeffizienz können leicht umgesetzt werden, daher sollte ihnen in der Klimapolitik eine höhere Priorität zukommen“, sagte er.

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