Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wintershall Dea soll nach Ansicht von Umweltorganisationen von 2026 an keine neuen Öl- und Gasfelder mehr erschließen.
+
Wintershall Dea soll nach Ansicht von Umweltorganisationen von 2026 an keine neuen Öl- und Gasfelder mehr erschließen.

Umwelt

Klimaklage gegen VW und andere Autobauer angekündigt

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
    schließen

Greenpeace und DUH fordern von Konzernen wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz eine deutlich schnellere CO2-Reduktion.

Die Umweltorganisationen Greenpeace und Deutsche Umwelthilfe (DUH) wollen die Autokonzerne BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen und Gas- und Erdölproduzenten Wintershall Dea mit juristischen Mitteln zu mehr Klimaschutz zwingen. Konkret: Die Autobauer sollen bis 2030 den Verkauf von Benzin- und Diesel-Pkw stoppen und der Energiekonzern spätestens von 2026 an keine neuen Öl- und Gasfelder mehr erschließen.

Entsprechende „Anspruchsschreiben“ wurden den Konzernen nach Angaben von DUH-Anwalt Remo Klinger am Freitag zugestellt. Greenpeace und DUH setzen den Unternehmen darin eine Frist bis 20. September beziehungsweise (im Falle von VW) bis 31. Oktober, diese Erklärungen zu unterschreiben. Tun sie das nicht, wollen die Umweltschützer die Konzerne verklagen.

Mit dem Klima-Urteil im Rücken

Die beiden Organisationen beziehen sich dabei auf das Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom April. Karlsruhe hatte das bis dahin geltende Klimaschutzgesetz für teilweise verfassungswidrig erklärt und festgestellt, ein unzureichender Klimaschutz gefährde die Freiheit künftiger Generationen. An die verschärften Vorgaben seien auch große Unternehmen, die einen hohen CO2-Ausstoß verursachen, gebunden, argumentieren Greenpeace und DUH.

Die Kläger:innen aus der Führung der Umweltorganisationen, im Fall von VW ergänzt um Fridays-for-Future-Aktivistin Clara Mayer, machen zivilrechtliche Ansprüche auf Schutz ihrer persönlichen Freiheits- und Eigentumsrechte geltend. Sie knüpfen nach eigenen Angaben dabei an ein weiteres spektakuläres niederländisches Gerichtsurteil aus diesem Frühjahr an. Damals stellte ein Gericht in Den Haag in einem Prozess gegen den Ölmulti Shell fest, Großunternehmen hätten unabhängig von politischen Vorhaben eine eigene Klimaverantwortung. Es verurteilte den Konzern zu einer schnelleren CO2-Reduktion.

Greenpeace: Klima-Urteil als „Auftrag“

Die geforderten Enddaten für den Verkauf von Verbrennern sowie fossile Brennstoffe ergeben sich laut den Umweltorganisationen aus den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens und den Berechnungen des Weltklimarates (IPCC) und der Internationalen Energieagentur (IEA) dazu. Die aktuellen und geplanten Maßnahmen der vier Konzerne widersprächen dem und seien damit rechtswidrig. „Trotz zunehmender Extremwetterereignisse und entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse verkauft die deutsche Autoindustrie weiterhin weltweit Millionen klimaschädlicher Diesel und Benziner – damit verursachte sie 2019 einen größeren CO2-Fußabdruck als ganz Deutschland“, so die Kläger:innen. Wintershall Dea wiederum sei jährlich für 80 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verantwortlich und wolle seine fossile Produktion bis 2023 um knapp 30 Prozent steigern.

Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser sagte: „Wir begreifen den Richterspruch aus Karlsruhe als Auftrag, den Schutz unserer gemeinsamen Lebensgrundlagen auf allen Ebenen des Rechts schnell und wirksam durchzusetzen.“ DUH-Co-Chef Sascha Müller-Kraenner ergänzte, die angegriffenen Konzerne hätten Milliarden Euro mit der Zerstörung des Klimas verdient. „Und das seit vielen Jahren in vollem Bewusstsein, was sie anrichten.“ Sie seien „so unverfroren, nicht einmal jetzt ausreichend umzusteuern“.

Die Autobauer wehrten sich gegen die Angriffe. VW erklärte, man habe sich bereits 2018 „klar zum Pariser Klimaabkommen bekannt“, und verwies auf die Milliardeninvestitionen in Elektromobilität. Die Mercedes-Mutter Daimler erklärte, der Konzern habe den „Spurwechsel zur Klimaneutralität bereits eingeleitet“. BMW betonte, man sei in der Branche Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare