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Eine Bäuerin im westafrikanischen Mali mit ihren Schafen. Sie leidet unter deutlichen Ernteausfällen wegen des Klimawandels. epd
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Eine Bäuerin im westafrikanischen Mali mit ihren Schafen. Sie leidet unter deutlichen Ernteausfällen wegen des Klimawandels. epd

Umwelt

Klimagipfel in Seoul: Frischer Wind in der Klimapolitik

  • vonFelix Lill
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Der virtuelle Klimagipfel in Seoul gibt Hoffnung, dass wichtige Staaten ihre Mühen verstärken.

Der Klimagipfel in der südkoreanischen Hauptstadt endete mit einer gemeinsamen Verpflichtung, wie sie die Welt länger nicht erlebt hat: Der Weg aus der Pandemie müsse über Nachhaltigkeit führen: „Wir erkennen die Klimakrise als drängende globale Bedrohung an, deren Auswirkungen auch über die Umwelt hinausreichen und ökonomische, soziale, sicherheitspolitische und menschenrechtliche Herausforderungen beinhalten“, heißt es in der Seouler Erklärung von Montagnacht.

Unterzeichnet haben sie mehr als 60 Vertreter:innen führender Staaten und internationaler Organisationen, darunter die Regierungsoberhäupter von Deutschland, Großbritannien und Frankreich, hohe Vertreter aus China und den USA sowie die Generalsekretäre der Vereinten Nationen und der OECD. Das Abschlussstatement des P4G genannten Klimagipfels, der bis Anfang der Woche über digitale Verbindungen in Seoul stattfand, soll als Taktgeber für den wichtigeren COP-Klimagipfel in Glasgow ab November herhalten, an dem dann alle Staaten der Welt teilnehmen.

Klimawandel: Problem wird ernst genommen

P4G steht für „Partnering for Green Growth and the Global Goals 2030“, also die internationale Partnerschaft für grünes Wachstum und die globalen Ziele, die für 2030 gesetzt worden sind. Diese betreffen vor allem die UN-Entwicklungsziele – also maßgeblich eine Reduzierung der Armut und Ungleichheit sowie einen nachhaltigeren Umgang mit dem Planeten – und die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens von 2015, wonach die Erderwärmung bei deutlich unter zwei und möglichst bei 1,5 Prozent gehalten werden soll.

Nach 2018 in Kopenhagen fand der P4G-Gipfel nun zum zweiten Mal statt und sein Ziel ist es, Lösungswege durch öffentlich-private Partnerschaften zu finden. Erreicht hat er schon auf anderer Ebene etwas: Mit der Seouler Erklärung wurde ein Text vorgelegt, der die Klimakrise ganzheitlich begreift.

Anders als zu Zeiten von Donald Trump im US-amerikanischen Präsidentenamt, als man sich auf internationaler Ebene streiten musste, ob es den Klimawandel überhaupt gibt, wird das Problem nun mit seinen vielen Facetten ernstgenommen.

Klimagipfel in Seoul: USA nach Donald Trump wieder aktiver

Die Seouler Erklärung will nun zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das postpandemische Aufleben der Ökonomie soll zugleich ihre klimapolitische Läuterung werden. Die Rede ist von einer „inklusiven grünen Erholung in Richtung CO2-Neutralität.“ Weltweit wolle man daran arbeiten, dass Kohlekraftwerke schnellstmöglich heruntergefahren und keine neuen gebaut werden, stattdessen die Förderung erneuerbarer Energien steige.

„Der Staat kann und wird diese Krise nicht allein lösen“, betonte allerdings John Kerry, Vertreter der USA. „Privat-öffentliche Partnerschaften sind nötig, um widerstandsfähige Gemeinschaften zu kreieren.“ Auch der Privatsektor stehe in der Pflicht. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte die Chance im Neuanfang: „Die Erholung von der Pandemie ist der richtige Moment, um über unsere Gesellschaften und Ökonomien neu zu denken.“

Klimapolitik: USA und China einig

Kristalina Georgieva, Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), forderte von den Staaten eine CO2-Bepreisung, die so hoch sein müsse, dass Betriebe und Staaten den Druck spürten, ihre CO2-Abdrücke zu reduzieren. Dies müsse über CO2-Steuern oder Emissionshandelssysteme führen. Außerdem kündigte Südkorea an, seine Entwicklungshilfeausgaben künftig stärker an Nachhaltigkeitsthemen zu binden.

Viel konkreter wurde es in Seoul zwar nicht. Hoffnungen auf einen neuen Ton in der Klimapolitik machte das Treffen dennoch. Einen weiteren Grund dafür nannte Chung Eui-yong, Außenminister von Südkorea: Es sei besonders wichtig, dass die USA und China, die zwei größten und zerstrittenen Volkswirtschaften der Welt, die gemeinsame Erklärung unterschrieben. „Sie haben beide viel zu dieser internationalen Anstrengung beigetragen“, so Eui-yong.

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