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Den Kinderzuschlag müssen Eltern erst beantragen.

Kinderzuschlag

Mehr für Familien

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Wer Kinder hat und wenig Geld, erhält ab dem 1. Juli mehr finanzielle Unterstützung vom Staat: Der Kinderzuschlag wird erhöht. Wer die Förderung bekommt - und wer nicht.

Immerhin der Name ist eingängig: „Starke-Familien-Gesetz“. Das Paragrafenwerk von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD), das im März vom Bundestag verabschiedet worden ist, beinhaltet einige Entlastungen für Familien mit Kindern. Der Kritikpunkt daran ist: Eltern müssen die Förderung erst beantragen. Wer als Elternteil nicht die richtigen Formulare ausfüllt, profitiert nicht von den zusätzlichen Leistungen. Wir erklären, wie das geht und wer Anspruch hat.

Was ändert sich beim Kinderzuschlag?
Der Kinderzuschlag an sich ist nicht neu, er wurde nun aber umfassend reformiert. Von einer zusätzlichen Geldleistung sollen weiterhin Eltern profitieren, die zwar arbeiten gehen, deren Einkommen aber dennoch nicht ausreicht für den Lebensunterhalt der Kinder.

Zuallererst wird jetzt die Höhe des Zuschlags angehoben – von derzeit maximal 170 Euro auf 185 Euro pro Monat und Kind ab dem 1. Juli 2019. Alleinerziehende profitieren zusätzlich, weil Unterhaltszahlungen nicht mehr voll, sondern nur noch anteilig an das Einkommen angerechnet werden müssen.

Außerdem wird die starre Einkommensobergrenze aufgeweicht. Wenn ein Bezieher des Kinderzuschlags auf einmal mehr verdient und über die Höchsteinkommensgrenze gelangt, soll künftig mit der Leistungszahlung nicht mehr abrupt Schluss sein. Stattdessen soll die Förderung mit steigendem Einkommen nur langsam auslaufen. Steht den Eltern weiterhin ein Kinderzuschlag zu, aber nicht in voller Höhe, darf die Leistung nur noch bis zu 45 statt wie bisher zu 50 Prozent gemindert werden.

Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, welches Kinderzuschlagsbeziehern zusteht, erhöhen sich ebenfalls. Für Schulmaterialien sollen Eltern beispielsweise künftig 150 statt 100 Euro bekommen. Der Eigenanteil für Mittagessen in der Schule und Fahrkarten für Bus und Bahn wird zum Schuljahr 2019/2020 abgeschafft.

Wer hat Anspruch auf den Kinderzuschlag?
Eltern von Kindern, die jünger als 25 Jahre sind, haben Anspruch auf den Kinderzuschlag, wenn sie kindergeldberechtigt sind und außerdem eine Mindesteinkommensgrenze erreichen wie auch die Höchsteinkommensgrenze nicht überschreiten. Die Mindesteinkommensgrenze ist klar festgelegt: Das Einkommen beider Eltern muss zusammen mindestens bei monatlich 900 Euro brutto liegen, beziehungsweise bei 600 Euro brutto bei Alleinerziehenden.

Bei der Berechnung der Höchsteinkommensgrenze wird es etwas komplizierter. Dies ist kein fester Wert, sondern orientiert sich an der individuellen Miete, den Heizkosten und den Bedarfssätzen zum Arbeitslosengeld II, die je nach Alter des Kindes unterschiedlich hoch ausfallen. Die individuelle Berechnung soll dazu beitragen, dass nur solche Familien Leistungen erhalten, die zwar ihren eigenen Unterhalt bewerkstelligen können, aber den zusätzlichen Bedarf eines Kindes vor dem Hintergrund der eigenen Lebensumstände nicht abdecken können.

Hier eine Beispielrechnung für eine vierköpfige Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern: Herangezogen werden muss erst einmal der Regelbedarf, der den Eltern zustehen würde, wenn sie Arbeitslosengeld-II-Empfänger wären. Der beläuft sich bei Elternpaaren derzeit auf 748 Euro für beide Eltern zusammen. Als zweite Komponente werden die Wohnkosten herangezogen. Dabei darf aber nicht der Einfachheit halber die gesamte Miete angesetzt werden, vielmehr können die Kosten nur anteilig für die Eltern herangezogen werden. Dafür gibt es feste Sätze, die im Existenzminimumbericht der Bundesregierung festgeschrieben sind. Dieser sieht für Elternpaare mit zwei Kindern einen Wohnanteil von 71,3 Prozent vor. Geht man von einer Miete von 1000 Euro aus, beträgt der Anteil also 713 Euro. Diese 713 Euro und der Regelbedarf von 748 Euro werden addiert. Die Summe von 1461 Euro ergibt den Gesamtbedarf der Eltern.

Zu dem Gesamtbedarf wird nun der Gesamtkinderzuschlag für zwei Kinder addiert. Ab Juli beträgt dieser 185 Euro pro Kind, also 370 Euro für zwei Kinder. Der Gesamtbedarf der Eltern plus die Kinderzuschläge ergeben dann die Höchsteinkommensgrenze von 1 831 Euro. Bestände die Familienkonstellation aus einer Schwangeren, einer Alleinerziehenden oder aus Menschen mit Behinderung könnte auch ein Mehrbedarf geltend gemacht werden.

Haben die Eltern jedoch ein höheres Netto-Einkommen inklusive Vermögen als die errechnete Höchstgrenze, sind sie nicht anspruchsberechtigt. Zu Vermögen und Einkommen zählen neben dem Gehalt auch Kranken- oder Elterngeld, Renten, Mieteinnahmen und andere Leistungen.

Wonach bemisst sich die Höhe des Kinderzuschlags?
Der volle Kinderzuschlag von derzeit 170 Euro pro Monat und Kind und ab Juli von 185 Euro pro Monat und Kind, wird nur gezahlt, wenn das Einkommen der Eltern unter der jeweiligen Höchsteinkommensgrenze wie auch unterhalb des sogenannten Gesamtbedarfs liegt. Liegt hingegen lediglich das Einkommen unter der Höchstgrenze, aber über dem Gesamtbedarf der Eltern, steht ihnen nur ein geminderter Kinderzuschlag zu. Je zehn Euro, die die Erwerbseinkünfte über der Bemessungsgrenze liegen, wird der Gesamtkinderzuschlag um je fünf Euro gemindert. Ab dem Jahr 2020 darf der Zuschlag dann maximal um 45 Prozent gemindert werden.

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