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Kinderzuschlag oft nicht genutzt: Wer Anspruch auf den Zuschuss hat

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Von: Fee Halberstadt, Sophia Lother

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Die Bundesregierung erhöht das Kindergeld ab 2023.
Wer ist berechtigt, den Kinderzuschlag zu erhalten? (Symbolfoto) © Andriy Popov/Imago

Der Kinderzuschlag kann bis zu 229 Euro pro Kind betragen – und doch nutzen ihn viele Betroffene offenbar nicht. Alle Informationen im Überblick.

Frankfurt – Einige Familien in Deutschland haben Probleme, sich und ihre Angehörigen zu versorgen. Der Staat bietet verschiedene finanzielle Möglichkeiten, um in solchen Fällen zu helfen. Eine dieser Unterstützungsmaßnahmen ist der Kinderzuschlag. Dieser wird zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt – doch offenbar nutzen ihn viele noch nicht.

„Viele Familien mit kleinem Einkommen kennen den Kinderzuschlag gar nicht“, wie der Leiter der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit, Karsten Bunk, gegenüber der Welt erklärt. Er schätzt, dass noch „mehreren Hunderttausend Kindern zusätzlich“ geholfen werden könnte. Auch möglich sei es, so Bunk, dass der Kinderzuschlag vielen zu kompliziert erscheine.

Grob gesagt können alle Eltern Kinderzuschlag beantragen, wenn das eigene Einkommen zwar für sie selbst, aber nicht für den Unterhalt der oder des Kindes reicht. Doch nicht jede Familie ist für den Zuschuss berechtigt. Ein Überblick, welche Anforderungen gelten und ob Hartz-4-Beziehende einen Anspruch haben.

Kinderzuschlag: Wer ist berechtigt?

Um Anspruch auf den Kinderzuschlag zu haben, müssen verschiedene Anforderungen erfüllt werden. Von der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist ein Mindestbruttoeinkommen von 900 Euro bei Paaren und 600 Euro für Alleinerziehende festgelegt. Zudem muss das Kind im selben Haushalt wohnen und muss Kindergeld oder eine vergleichbare Leistung erhalten. Alle Anforderungen im Überblick:

Weitere Voraussetzungen für einen Anspruch und die Höhe des Kinderzuschlags

Jedoch gibt es noch weitere Voraussetzungen für einen Zuschuss und dessen Höhe: Beispielsweise beeinflusst das Vermögen die Ablehnung oder Bewilligung des Antrages. Dazu gehören unter anderem Bargeld, Wertpapiere, Aktien, Kunstgegenstände, Immobilien- und Grundeigentum.

Außerdem werden andere Einkommensquellen beachtet: Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld und BAföG sind relevant. Wie hoch der Zuschlag ausfällt, ist auch von Wohnkosten, Familiengröße und Alter der Kinder abhängig.

Kinderzuschlag: Wie hoch ist die Zahlung?

Die Höhe des Kinderzuschlags für Familien wird für jedes Kind „einzeln“ berechnet, erklärt die Bundesagentur für Arbeit. Der Maximalbetrag, den Eltern pro Kind bekommen können, beträgt 229 Euro pro Kind. Haben Eltern mehrere Kinder, wird ein Gesamtbetrag ausgezahlt. Der Zuschlag wird am selben Tag, wie das Kindergeld ausgezahlt und in der Regel an dieselbe Person überwiesen.

Der BA bietet einen Rechner, um herauszufinden, ob jemand Anspruch hat und wie hoch dieser ausfällt. Übrigens: Hartz 4 und Kinderzuschlag lassen sich nicht gleichzeitig beziehen.

Wie muss der Kinderzuschlag beantragt werden?

Der Kinderzuschlag muss bei der zuständigen Familienkasse beantragt werden. Familien können den Zuschlag online beantragen. Anschließend erhalten sie per Post die Informationen, ob und in welcher Höhe der Kinderzuschlag bewilligt wurde.

Die Dauer des Kinderzuschlags ist nicht unbegrenzt. Zunächst wird er für sechs Monate ausgezahlt und muss dann neu beantragt werden. Falls sich im Verlauf dieses halben Jahres aber keine Änderungen bei den Familien ergeben haben, gibt es einen Kurzantrag, der eingereicht werden kann. Dieser ist aber nur dann möglich, wenn der vorherige Antrag nicht bereits ein Kurzantrag war, so die Bundesagentur.

Kinderzuschlag bringt weitere Vorteile mit sich: Kita-Befreiung, Wohngeld und mehr

Jede und jeder, der den Kinderzuschlag erhält, hat Anspruch auf Extraleistungen. Dabei ist es irrelevant, ob die vollen 229 oder weniger bezogen werden. Dies kann eine große Unterstützung sein. Denn beispielsweise entfällt die Kita-Gebühr und es kann ein Wohngeld bezogen werden. Auch sogenannte „Leistungen für Bildung und Teilhabe“, auch Bildungspaket genannt, helfen aus. Hier ist beispielsweise ein Zuschuss für ein Mittagessen in Schule oder Kita enthalten oder finanzielle Hilfen für Schulmaterialien. Es gibt im Jahr 2022 einige Veränderungen für Familien in Bezug auf das Kindergeld und den Kinderbonus, nämlich mehr Unterstützung. Ein Überblick. (Fee Halberstadt/Sophia Lother)

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