Mindestens bis zum 18. Lebensjahr eines Kindes erhalten die Erziehungsberechtigten Kindergeld.
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Mindestens bis zum 18. Lebensjahr eines Kindes erhalten die Erziehungsberechtigten Kindergeld.

Kinder

Kindergeld und Co: Diese finanzielle Unterstützung für Familien gibt es in Deutschland

  • vonMechthild Henneke
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Der Staat unterstützt Mütter und Väter über das Kindergeld hinaus. Es gibt Zuschüsse für Bildung und zum Lebensunterhalt.

Mit 300 Euro Kinderbonus kompensiert die Bundesregierung in diesem Herbst die rund acht Millionen Familien für ihre Anstrengungen in der Corona-Zeit. Wer ein Kind hat, für das er oder sie Kindergeld bezieht, hat Anspruch auf dieses Geld. Doch die Belastungen der Familien und Alleinerziehenden sind in diesen Tagen hoch. Rund eine Million Familien sind laut Bundesregierung zudem einkommensschwach. Es gibt eine Bandbreite an Fördermöglichkeiten.

Kindergeld mindestens bis zum 18. Geburtstag

Kindergeld und Zuschlag zum Kindergeld: Für jedes Kind steht den Erziehungsberechtigten mindestens bis zum 18. Geburtstag von Sohn oder Tochter Kindergeld zu – unabhängig vom Einkommen. Es beträgt 204 Euro fürs erste und zweite Kind, 210 Euro fürs dritte sowie 235 Euro ab dem vierten Kind. Nach der Volljährigkeit kann das Kindergeld unter bestimmten Umständen bis zum 21. oder 25. Lebensjahr weitergezahlt werden. Hat ein Kind zum Beispiel bis zum 21. Jahr keine feste Beschäftigung, ist dies der Fall. Befindet sich das Kind in Ausbildung, wird die Kindergeldzahlung bis zum 25. Lebensjahr fortgesetzt.

Den Kinderzuschlag (KIZ) bekommen Eltern, die nicht oder nur knapp für den gesamten Bedarf der Familie aufkommen können, teilt das Bundesfamilienministerium mit. Das gilt für Alleinerziehende genauso wie für Eltern, die ihre Kinder gemeinsam großziehen. Der Kinderzuschlag wird zusätzlich zum Kindergeld gezahlt. Er soll helfen zu vermeiden, dass Familien zu Hartz IV-Empfängern werden.

Kinderzuschlag: Familie muss gewisses Einkommen selbst erwirtschaften

Um den Kinderzuschlag zu erhalten, müssen die Familien ein gewisses Einkommen selbst erwirtschaften. Verdienen sie weniger, hat die Familie in der Regel Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen. Elternpaare müssen wenigstens 900 Euro brutto, Alleinerziehende 600 Euro brutto monatlich Einkommen haben. Der Kinderzuschlag kann pro Kind bis zu 185 Euro betragen – abhängig von der finanziellen Situation der Familie. Wenn die Eltern mehr verdienen als das Minimum, verringert sich der Betrag entsprechend. Der Antrag wird bei der Bundesanstalt für Arbeit gestellt – das ist auch online möglich. Die Erteilung erfolgt jeweils für sechs Monate.

Kinderfreibeträge: Eltern bekommen entweder Kindergeld oder Freibeträge für Kinder bei der Einkommenssteuer (Kinderfreibetrag plus BEA – Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf). Das Finanzamt prüft automatisch, ob das Kindergeld oder die Kinderfreibeträge für die Eltern lohnender sind. Die Abrechnung erfolgt mit der Steuererklärung. Als Faustformel gilt: Für besserverdienende Ehepaare mit einem Kind sind die Freibeträge ab 65 000 Euro Jahreseinkommen meist günstiger, bei Alleinerziehenden ist der Betrag etwa halb so hoch. Bei mehr Kindern erhöht sich die Summe jeweils um etwa 5000 Euro pro Kind. Für jedes Kind beträgt der Kinderfreibetrag plus BEA 2020 insgesamt 7812 Euro, 2019 sind es 7620 Euro, 2021 sind es 8388 Euro.

Weniger Steuern für Alleinerziehende: Mit dem Entlastungsbetrag sollen die Steuern für Alleinerziehende gemindert und das Nettoeinkommen angehoben werden. Alleinerziehende können ihn beantragen, wenn sie Kindergeld beziehen oder ihnen stattdessen der Freibetrag zusteht. Der Entlastungsbetrag liegt bei 1908 Euro pro Jahr. Wenn eine Frau oder ein Mann mehrere Kinder hat, erhöht sich der Betrag für das zweite und jedes weitere Kind um je 240 Euro.

Finanzielle Hilfe für Familien: Wenn das nötige Geld für Schulmaterial oder Klassenfahrt fehlt

Leistungen für Bildung und Teilhabe: Wenn Eltern Schwierigkeiten haben, das nötige Geld für das Schulmaterial ihrer Kinder aufzubringen oder wenn ihnen das Geld für die Klassenfahrt fehlt, helfen die Leistungen für Bildung und Teilhabe. Pro Schuljahr werden 150 Euro für den persönlichen Schulbedarf gezahlt. Die Eigenanteile für gemeinschaftliches Mittagessen sowie die Schülerbeförderung, die es früher gab, sind mittlerweile weggefallen. Die Lernförderung kommt inzwischen unabhängig von einer Versetzungsgefährdung in Betracht, also bereits im ersten Schulhalbjahr sowie in Schulen ohne Versetzungsentscheidung. Die Leistung für die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft wird bei nachgewiesenem Teilhabebedarf pauschal erbracht und beträgt grundsätzlich 15 Euro monatlich.

Anspruchsberechtigt sind Kinder und Jugendliche aus Familien, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag, Wohngeld oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen. Die Leistungen werden für Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gewährt, bei Bezug von Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sogar ohne jegliche Altersbeschränkung. Die Leistungen zum Mitmachen in Kultur, Sport und Freizeit können nur bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres in Anspruch genommen werden.

Hilfe für Familien: Elterngeld und Elterngeld Plus

Elterngeld und Elterngeld Plus: Das Basiselterngeld wird zwölf Monate lang gezahlt. Wenn beide Elternteile Elterngeld für jeweils mindestens zwei Monate beantragen und auf einen Teil ihres bisherigen Einkommens verzichten, können sie insgesamt 14 Monate Elterngeld erhalten. Die Höhe ist abhängig vom Einkommen vor der Geburt des Kindes. Mit dem Basiselterngeld bekommen junge Mütter oder Väter 65 Prozent ihres Nettoeinkommens, mindestens 300 Euro, höchstens 1800 Euro im Monat.

Elterngeld Plus gibt es doppelt so lange wie Basiselterngeld. Entsprechend halbiert sich die Summe, die Mütter und Vätern ausgezahlt wird, die nach der Geburt des Kindes nicht arbeiten: Sie liegt zwischen 150 und 900 Euro. Wer nach der Geburt in Teilzeit arbeiten möchte, kann im Einzelfall genauso viel Geld bekommen wie beim Basiselterngeld mit Teilzeiteinkommen. Beim Elterngeld Plus wird aber doppelt so lange gefördert. In Kombination mit Teilzeit kann sich Elterngeld Plus daher besonders lohnen. Der Teilzeitjob kann derzeit bis zu 30 Wochenstunden in Anspruch nehmen. Familienministerin Franziska Giffey plant eine Erhöhung auf 32 Wochenstunden, also vier Arbeitstage.

Kinderbetreuung: Der Unterhaltsvorschuss unterstützt Mütter oder Väter, die ihr Kind allein erziehen. Er wird gezahlt, wenn vom anderen Elternteil kein oder nur ungenügend Unterhalt fürs gemeinsame Kind fließt. Der Staat streckt dieses Geld vor, der andere Elternteil muss den Vorschuss später zurückzahlen, wenn er keinen Unterhalt zahlt, obwohl er diesen ganz oder teilweise aufbringen könnte.

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