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Kinder halten Eltern fit

  • VonStefan Sauer
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Statistiken zeigen vermehrte Krankheitstage bei Kinderlosen.

Wer Kinder hat, bleibt fit. Auf diesen Nenner lassen sich zentrale Ergebnisse des Gesundheitsreports 2016 bringen, den die Techniker Krankenklasse (TK) am Mittwoch vorgestellt hat. Danach sind Mütter und Väter im Schnitt deutlich gesünder als kinderlose Frauen und Männer: Sie werden seltener krank geschrieben, leiden nicht so häufig an psychischen Erkrankungen und nehmen weniger Medikamente als Gleichaltrige ohne Kinder.

Überraschenderweise treten die Unterschiede meist aber erst in fortgeschrittenem Alter auf: Je älter die Eltern, desto ausgeprägter wirkt der Fitnessfaktor Kind. Besonderes Augenmerk hat die TK diesmal auf ihre 1,6 Millionen Mitglieder im Alter zwischen 30 und 44 Jahren gelegt. Diese „Sandwich-Generation“ muss Familienleben und berufliche Anforderungen unter einen Hut bekommen. Die Annahme, dass Eltern sehr viel mehr unter Stress, seelischer Erschöpfung und körperlichen Erkrankungen leiden als Kinderlose, liegt nahe. Aber die Daten bestätigen sie nicht. Nur Eltern unter 35 Jahren haben geringfügig höhere Fehlzeiten im Beruf als ihre kinderlosen Altersgenossen.

In späteren Lebensjahren aber fallen Mütter und besonders Väter weniger aus als Kinderlose, mit stetig steigender Tendenz. In der Gruppe der 55- bis 59-jährigen Männer beträgt der Unterschied bei den Krankschreibungen fast sieben Tage. Mit Kindern sind es im Schnitt gut 15 Tage pro Jahr, ohne 22. Bei den Frauen, die in allen Altersgruppen länger arbeitsunfähig ausfallen als Männer, ist der Unterschied geringer: 55- bis 59-Jährige Mütter sind 24 Tage krankgeschrieben, kinderlose Frauen 26 Tage.

Familienstress ist positiv

Auch bei verordneten Arzneimitteln öffnet sich die Schere zwischen Eltern und Kinderlosen ab dem 40. Lebensjahr verstärkt. Im Vergleich zu über 60-Jährigen Müttern werden kinderlosen Frauen dieses Alters fast 30 Prozent mehr Medikamente verschrieben, bei Männern rund 20 Prozent mehr. Den stärksten positiven Effekt haben Kinder aber mit Blick auf seelische Erkrankungen wie etwa Depressionen: Kinderlose Frauen leiden bereits in jungem Alter deutlich häufiger unter psychischen Störungen als Mütter, bei Männern tritt der Unterschied erst ab dem 25. Lebensjahr auf, verstärkt sich bis Mitte 40 und bleibt dann konstant bis etwa zum 60. Lebensjahr.

Diese Befunde sind sowohl den ärztlichen Diagnosen und Krankschreibungen zu entnehmen als auch den verordneten Psychopharmaka. „Die Doppelbelastung – Kinder und Beruf – ist zwar anstrengend, führt aber nicht automatisch zu mehr Erkrankungen“, bilanziert TK-Vorstandschef Jens Baas.

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