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Michael Kemmer ist beliebt, allerdings in seiner neuen Funktion nicht unumstritten.
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Michael Kemmer ist beliebt, allerdings in seiner neuen Funktion nicht unumstritten.

Manager mit Blessuren

Kemmer lenkt Geschicke des Bankenverbands

Eigentlich ist Michael Kemmer als neuer Cheflobbyisten der deutschen Bankenbranche eine gute Wahl. Allerdings gibt es bei der Personalie einen gravierenden Haken: Gegen Kemmer wird ermittelt.

Von Antje Schüddemage

Er gilt als sympathisch, zugänglich und bodenständig, Chefallüren sind ihm im Gegensatz zu manch anderem Bankmanager völlig fremd. Entsprechend beliebt ist er bei Angestellten – so beliebt, dass Ende Oktober 2008 rund 1500 Mitarbeiter der BayernLB vor der Bankzentrale ihre Solidarität mit ihm, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der Bank, demonstrierten und so seinen Job retteten, den der damalige designierte bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer zur Disposition stellen wollte. Die Rede ist von Michael Kemmer, der zum ersten Oktober den Posten des Cheflobbyisten der deutschen Bankenbranche übernimmt.

Eigentlich eine gute Wahl, fragt man seine früheren Arbeitskollegen. Sie beschreiben den 53-Jährigen aus dem bayrischen Nördlingen als Teamplayer mit einem hohen Maß an fachlicher Kompetenz und guten Umgangsformen. Für den promovierten Betriebswirt und Steuerberater als neuer Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands (BdB) spricht auch, dass er einer der wenigen deutschen Spitzenbanker ist, der Erfahrung in allen drei Bankensektoren gesammelt hat: privat bei der Hypovereinsbank, öffentlich-rechtlich als Chef der BayernLB und genossenschaftlich in jungen Jahren bei der DG-Bank. Zudem hat er als sogenannter Sherpa, als Chefunterhändler der Initiative Finanzstandort Deutschland, gute Drähte in die Politik geknüpft. „Er wird dazu beitragen, dass die Bankenbranche über alle Säulen hinweg öfter mit einer Stimme spricht“, sagte BdB-Präsident Andreas Schmitz.

Allerdings gibt es bei der Personalie einen gravierenden Haken: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn als einen der ehemaligen BayernLB-Vorstände wegen des Debakels bei dem Investment in die marode österreichische Bank Hypo Group Alpe Adria, die den bayrischen Steuerzahler rund 3,7 Milliarden Euro kostete. Den Berufenen ficht das aber offenbar nicht an. Er freue sich darauf, „an einer konstruktiven Zusammenarbeit von Politik, Finanzinstituten und Wirtschaft mitzuwirken“, sagte Kemmer. Der BdB lehnte jeden Kommentar dazu ab.

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