Bankhaus Metzler

Keine Überläufer

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Geldinstitut profitiert nicht vom Fusionschaos zwischen Deutscher Bank und Commerzbank.

Wir haben keine neuen Kunden gewonnen. Das ist nicht der Fall“. Michael Klaus, Partner beim renommierten Bankhaus Metzler hat im Geschäft nichts von den Fusionsgesprächen zwischen Commerzbank und Deutscher Bank gespürt. Dabei sieht man bei Metzler durchaus die Notwendigkeit einer Konsolidierung in Deutschland und Europa. „Ob es ein nationaler Champion sein muss? Das weiß ich nicht. Der Begriff ist mir zu diffus“, sagt Partner Emmerich Müller, bei Metzler für das operative Geschäft verantwortlich. In Deutschland seien dafür eigentlich Zusammenschlüsse über die drei Säulen des Bankenmarktes hinweg von privaten Banken, Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken notwendig. Solange dies nicht möglich ist – und Müller glaubt, dass das noch lange so bleibt – werde es kaum sinnvolle Zusammenschlüsse geben.

Beim Familienunternehmen Metzler selbst gibt es keinerlei Konsolidierungsdruck und -bedarf. Das Geschäftsmodell mit Asset Management, Capital Markets, der Firmenkundensparte und Private Banking habe sich auch 2018 bewährt und der Familie wieder eine Dividende von 2,3 Millionen Euro beschert. Dass der ausgewiesene Jahresüberschuss von 11,4 auf 2,3 Millionen Euro gesunken ist, begründet Müller mit Kapitalmaßnahmen.

Allerdings ringt auch Metzler mit den niedrigen Zinsen. Der Zinsüberschuss rutschte von acht auf fünf Millionen Euro ab. Andererseits war die Bank im Geschäft mit Firmenkunden bei der Absicherung von Währungsrisiken und der Beratung von Fusionen, Übernahmen und Verkäufen erfolgreich. Die Zahl der Mandate habe sich erhöht. Für Unmut sorgt aber der hohe Aufwand für die Regulierung und die Vorgaben der Aufsichtsbehörden. „Die Wertpapierrichtlinie Mifid II ist ein regulatorisches Monster, dem wir uns nicht entziehen können“, poltert Klaus. Das sorge in der gesamten Branche für erheblichen Druck auf die Marge.

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