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Auf die richtige Strategie kommt es bei dem Spiel Jamaica an.
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Auf die richtige Strategie kommt es bei dem Spiel Jamaica an.

Klassische Spiele ganz modern

Keine Krise im Kinderzimmer

Weihnachten rückt näher, und wie in jedem Jahr gibt die Branche eine Prognose ab, wie gut das Geschäft ausfällen und was sich wohl am besten verkaufen wird. Klassische Spiele gewinnen demnach an Bedeutung. Von Thomas Magenheim

Von Thomas Magenheim

Willy Fischel reibt sich in der Krise die Hände. "Kinder machen Konjunktur", jubelt der Geschäftsführer des Bundesverbands Spielwaren-Einzelhandel (BVS). Denn der seit Jahren mangels Kindernachwuchs leidenden Branche steht diesmal ein gutes Weihnachtsgeschäft in Aussicht: Bereits bis Ende September haben die Verbraucher vier Prozent mehr klassische Spielwaren gekauft haben als im Jahr zuvor. So ein Plus habe es seit einem Jahrzehnt nicht mehr gegeben, betont auch Werner Lenzner von der auf Spielwaren spezialisierten Marktforschungsgruppe Eurotoys. Die Anbieter von Gesellschaftsspielen, Figuren, Lego & Co seien eindeutig ein Gewinner der Krise.

Bemerkenswert ist das vor allem auch, weil Videospiele der traditionellen Ware im Kinderzimmer zeitweise immer stärker den Rang abgelaufen haben. In diesem Jahr dürfte der Umsatz mit Playstation & Co. bei 1,9 Milliarden Euro stagnieren. Für traditionelles Spielzeug rechnet der BVS bis Silvester mit einem rund dreiprozentigen Plus auf knapp 2,4 Milliarden Euro. In stürmischen Zeiten verbringen die Bundesbürger wieder mehr Zeit mit Familie oder Freunden zu Hause, versucht Fischel eine Erklärung für die antizyklische Entwicklung zu geben. Denn allgemein droht der Privatkonsum als Stütze der Wirtschaft wegzubrechen. Im dritten Quartal 2009 gaben die privaten Ausgaben wieder nach.

"Im Kinderzimmer ist die Krise noch nicht angekommen", meint dagegen Fischel. Zwar schrumpfe die Kernzielgruppe der bis zu Zwölfjährigen in Deutschland unvermindert. Für das einzelne Kind werde aber mehr gekauft und auch immer höherwertiger.

Vergleichsweise günstig

Marktforscher Lenzner nennt noch einen anderen Grund für die gute Branchenkonjunktur. Klassisches Spielzeug sei ein vergleichsweise günstiges Vergnügen. "Für weniger als 20 Euro können sie ihrem Kind eine Freude machen." Videospiele nebst teuerem Zubehör würden da viel eher den für Verbraucher schlechter werdenden Zeiten geopfert. Auch der Marktforscher ist aber begeistert über das, was gerade an den Tresen der Spielwarengeschäfte abläuft. "Das ist super", schwärmt er nach dem zuletzt meist miesen Weihnachtsgeschäft der vergangenen Jahre.

Noch ist das Rennen aber nicht gelaufen. Fast die Hälfte ihres Jahresumsatzes macht die Branche im Schlussquartal und fast ein Drittel konzentriert sich auf den Dezember, was die Logistik für Handel und Hersteller vor immer höhere Hürden stellt. Verbraucher haben inzwischen verinnerlicht, dass die Spielwarenbranche anders tickt als andere Wirtschaftszweige. Während zum Beispiel Reisen in Boomzeiten immer teurer werden, verfällt die Spielwarenbranche vor Weihnachten traditionell in Rabattschlachten. "Die Preise für Spielwaren sind zu Weihnachten so niedrig wie sonst nie im Jahr", sagt Lenzner. 2009 werde es nicht anders sein. Wer zu lange auf ein Schnäppchen wartet, müsse allerdings mit dem Risiko leben, dass ein begehrtes Produkt kurzfristig vergriffen ist.

In Kinderzimmern gefragt sind derzeit bei Mädchen Tier- und Elfenfiguren. Jungs frönen ihrem Sammeltrieb mit speziellen Karten. Allgemein kommen Baukästen und Gesellschaftsspiele gut an. Eltern bevorzugen Lernspielzeug. Im Schnitt dürfe jedes deutsche Kind zu Weihnachten mit Geschenken im Wert von 240 Euro rechnen, sagt Fischel.

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