GASTWIRTSCHAFT

Keine Frauenquote!

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Frauen haben ihr berufliches Schicksal selbst in der Hand. Wer erfolgreich sein will, muss aber zunächst einmal sichtbar sein.

Stopp! Bevor Sie jetzt gleich entsetzt aufschreien oder begeistert nicken, lesen Sie bitte erst einmal weiter. Ich habe die letzten Jahre die Diskussion um die Frauenquote genau beobachtet und das Problem fängt mit der Namensgebung an und hört auch nicht damit auf, dass sie scheinbar in aller Munde ist. Zum einen beschränkt sie sich im ersten Schritt auf Aufsichtsräte und wird aktuell auch auf der Vorstandsebene ins Gespräch gebracht. Welchen Nutzen bringt dieser Tatbestand einer Angestellten im Industriebetrieb?

Erst einmal gar keinen, außer dass man sich dumme Bemerkungen wie „Bist Du dann auch eine von den Quotenfrauen?“ anhören muss. In den 70er und 80er Jahren waren Alice Schwarzer und ihr unermüdlicher Kampfgeist richtig und wichtig für die Gleichberechtigung der Frau. Unglaublich, was sie geleistet hat. Nur sind in der Zwischenzeit fast 40 Jahre vergangen und bei all der rasanten Entwicklung unserer modernen Arbeitswelt können wir uns einen Kampf zwischen den Geschlechtern nicht mehr leisten. Die dafür verschwendete Energie ist viel besser im Miteinander investiert.

Aussagen wie „Bei uns hast Du als Frau sowieso keine Karrierechance“ oder „Männern wird immer der Vorzug gegeben“ nützen uns da genauso wenig wie „Frauen wollen keine Führungsverantwortung übernehmen“. Diese Glaubenssätze sind in unserer Gesellschaft fest verankert und werden zu wenig hinterfragt. Parolen wie „Frauen, keiner wird uns helfen!“ bringen uns in dem Bestreben, Frauen mehr in Führungspositionen zu bringen, nicht weiter.

Wir haben die Verantwortung an eine Quote abgegeben. Wenn wir ein uraltes, bei uns in den Köpfen fest verankertes Gesellschaftsbild verändern möchten, gilt es, gemeinsam andere Zeichen zu setzen. Den ersten Schritt dazu müssen wir Frauen jedoch selbst machen. Werden Sie sichtbar! Äußern Sie klar Ihre Erwartungshaltung. Was wollen Sie? Was wünschen Sie sich? Privat und beruflich. Warten Sie nicht ab, bis jemand auf Sie aktiv zugeht und Sie fragt. Ergreifen Sie die Initiative und holen Sie sich Hilfe - auch männliche, wenn Sie merken, Sie benötigen Support. Arbeiten Sie an Ihrer Haltung und hinterfragen Sie lieb gewonnene Muster. Denn die Zukunft ist weiblich!

Die Autorin ist Unternehmerin, Personalexpertin und Buchautorin. Zuletzt erschien von ihr: „Glaubenssätzen auf der Spur – Wie Sie Ihr Leben selbst steuern, statt Hirngespenstern zu folgen“.

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