Wettbewerb

Kein Vorteil durch schwache Konkurrenten

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Die deutsche Bankenlandschaft hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch gewandelt – zugunsten der Deutschen Bank.

Sie war zwar schon immer die unangefochtene Nummer eins unter den Großbanken, doch mit der Dresdner Bank, der Commerzbank und der HypoVereinsbank hatte sie bedeutende Konkurrenten. Die Dresdner Bank ist inzwischen verschwunden. Sie wurde von der Commerzbank geschluckt. Doch trotz der Übernahme der Dresdner Bank hat die Commerzbank heute längst nicht mehr die Bedeutung, die ihr noch vor zehn Jahren zukam. Die Finanzkrise hat sie in große Schwierigkeiten gebracht. Für die Deutschen Bank ist sie keine Konkurrentin auf Augenhöhe mehr.

Auch die Münchner HypoVereinsbank hat an Bedeutung verloren, seit sie kein eigenständiges Institut mehr ist, sondern zum italienischen Unicredit-Konzern gehört. Und den letzten wichtigen Konkurrenten unter den Privatbanken, die Postbank, hat die Deutsche Bank übernommen.

Auch die Düsseldorfer WestLB wurde früher – obwohl keine Privatbank sondern eine Landesbank – aufgrund ihrer hohen Bilanzsumme zu den Großbanken gezählt. Von dem einst stolzen Institut ist heute nach Misswirtschaft und diversen Skandalen nur noch der ungleich kleinere Bankdienstleister Portigon übrig.

Und kleinere Institute wie die Hypo Real Estate und die IKB sind aufgrund von dramatischen Fehlspekulationen mittlerweile vom Markt verschwunden oder so gut wie bedeutungslos geworden. Ein weiteres Kriseninstitut, das Privatbankhaus Sal. Oppenheim, hat sich die Deutsche Bank ebenfalls einverleibt.

Und trotzdem: Profitiert hat die Deutsche Bank von dieser Entwicklung kaum: „Im Privat- und Firmenkundengeschäft ist der Wettbewerb unverändert groß, weil Sparkassen und Volksbanken in Deutschland nach wie vor eine herausragende Position einnehmen“, sagt der Hohenheimer Bankenprofessor Hans Peter Burghof. Das sieht auch der Münchner Bankenexperte Wolfgang Gerke so. Im Investmentbanking wiederum stehe die Deutsche Bank mehr denn je im globalen Wettbewerb.

Dass die Schwächung der inländischen Konkurrenz der Deutschen Bank nicht viel gebracht habe, sei auch an der Entwicklung des Aktienkurses abzulesen, so Burghof.

Trotz der jüngsten Erholung notiert die Aktie aktuell fast 70 Prozent tiefer als vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007.

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