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Knapp vier Jahre dauerte die Entwicklung des Porsche Vision GT. Das Auto kann allerdings nur virtuell gefahren werden.
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Knapp vier Jahre dauerte die Entwicklung des Porsche Vision GT. Das Auto kann allerdings nur virtuell gefahren werden.

E-Sport

Kein Auto nur fürs Gaming

Angelockt von einer jungen Zielgruppe engagieren sich immer mehr Unternehmen wie Rewe oder Porsche im E-Sport. Der Stuttgarter Autobauer gibt viel Geld für digitale Rennwagen aus. Von Gaetano Rizzo.

Auch in dieser Weihnachtszeit werden auf den Wunschzetteln viele Produkte der Computer- und Videospielbranche stehen, sie zählt zu den Gewinnern der Corona-Pandemie. Nach einem Umsatzwachstum von 32 Prozent im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr meldete der Branchenverband Game für das erste Halbjahr 2021 einen weiteren Wachstumssprung von 22 Prozent auf nun 4,6 Milliarden Euro. Für werbetreibende Unternehmen rückt dieser Entertainment-Markt immer mehr in den Fokus. Als Kommunikationskanal nutzen sie verstärkt die elektronischen Wettkämpfe der Gaming-Community, kurz E-Sports.

Vor wenigen Tagen kündigte der Lebensmitteleinzelhändler Rewe den Einstieg in den E-Sports an und ist nun Partner von SK Gaming, einer der erfolgreichsten deutschen E-Sports-Organisationen. „E-Sports ist national wie international ein dynamisch wachsender digitaler Sport, der gerade bei jungen Zielgruppen in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter an Attraktivität gewinnen wird und großes Wachstumspotenzial besitzt“, so Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der Rewe Group. Bereits seit Jahresanfang im E-Sports engagiert sind die Lebensmitteldiscounter Aldi und Lidl.

Porsche setzt auf Gaming: Auto nur für Computerspiel entwickelt

Schon viel länger ist die Automobilindustrie Teil dieses Ökosystems. Als langjähriger Sponsor verschiedener E-Sports-Turniere ist Mercedes-Benz seit vergangenem Jahr exklusiver Automobilpartner aller globalen „League of Legends“-E-Sports-Events. Das in der Szene nur „LoL“ genannte Computerspiel zählt mit bis zu 100 Millionen Spielerinnen und Spielern zu den populärsten E-Sports-Titeln weltweit.

Ein Novum wagte vor einigen Tagen der Sportwagenhersteller Porsche. Beim Weltfinale der vom internationalen Dachverband der Motorsportvereine ausgetragenen FIA Gran Turismo Championships 2021 stellten die Stuttgarter ihr erstes speziell für ein Computerspiel entwickeltes Fahrzeug vor, den Porsche Vision Gran Turismo. Anschließend war es für einige Tage in einem Münchner Pop-up-Store ausgestellt und soll künftig auf ausgewählten Veranstaltungen gezeigt werden. Gefahren werden kann es allerdings nur im Rennspiel „Gran Turismo 7“, kurz GT7, das im kommenden März erscheinen soll.

E-Sport: Games als „Digitalmedium schlechthin“

Speziell für Computerspiele entwickelte Autos sind eigentlich nichts Neues. So wird zusammen mit diesem Porsche-Modell die Designstudie „Mazda RX-Vision GT3 Concept“ die Verpackung von GT7 zieren. Allerdings basiert Mazdas virtueller Rennwagen auf einem Auto, das es schon gibt – der Coupé-Studie RX-Vision, die auch auf der Tokyo Motor Show 2015 zu sehen war. Bis Ende November wurden virtuell mehr als 1,03 Millionen Exemplare des Rennwagens verkauft. Bezahlt wird jedoch nicht mit echtem, sondern mit zeitintensiv erspieltem Geld.

„Games sind das Digitalmedium schlechthin“, sagt Game-Geschäftsführer Felix Falk. Vor allem der technische Aspekt spiele eine besondere Rolle, denn die Games-Branche sei schon immer ein Innovationstreiber gewesen. „Hier werden 3-D-Technologien entwickelt, die heute auch bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge eingesetzt werden. Die Technologien und das Know-how der Games-Branche sind daher auch für andere Wirtschaftszweige wie die Automobilindustrie hochinteressant“, sagt Falk.

Porsche: Jahrelang an Auto für Computerspiel gearbeitet

Die Porsche-Designer:innen haben nicht nur rund vier Jahre an ihrer Vision des besten Computerspielfahrzeugs getüftelt, sondern ein reales Modell nah an der Serienreife hergestellt. Die Entwicklung physischer Prototypen verbraucht selbst mit Hilfe innovativer Methoden wie Virtual Prototyping schnell einige Millionen Euro. Trotz der technischen Freiheiten, die ihnen die Videospielwelt bietet, haben die Designer darauf geachtet, dass die verwendete Automobiltechnik in zehn oder 15 Jahren realisierbar sein sollte. Dazu zählt das auf den Fahrer zugeschnittene, gekrümmte und komplett holographische Display, das optisch frei schwebend über dem Lenkrad liegt. Für die optimale Performance im Spiel sorgen diverse Details zugunsten der Aerodynamik. So kann die im Heck durchgezogene Rückleuchte als adaptiver Heckspoiler nach außen ausgefahren werden. Typisch für ein Hightech-Fahrzeug besteht das Materialkonzept laut Porsche aus Carbon und Titan und – passend zum Nachhaltigkeitstrend – aus veganen Materialien. Dazu kommt ein vollelektrischer Antrieb mit höchsten Motorsport-Leistungswerten, das versteht sich von selbst.

Games sind längst nicht mehr nur ein Spielzeug für Kinder. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts GFK liegt das Durchschnittsalter in Deutschland bei 37,4 Jahren. Für Philipp Klotz, Geschäftsführer des im Sportbusiness tätigen Sponsors Verlags, ein weiterer Grund für das große Interesse der Automobilbranche an E-Sports: „Pkw-Käufe sind in der Regel keine Impulskäufe. Für Marketingabteilungen ist es daher ein hohes Gut, wenn potenzielle Kunden durch regelmäßiges Fahren in der virtuellen Welt an den Sportwagen ihrer Träume herangeführt werden. Näher kann man kaum an den Konsumenten kommen.“ Aus Weihnachtswünschen werden PS-Träume.

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