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Lkw-Fahrer haben in der Corona-Krise oft keinen Zugang zu Toiletten und Waschräumen.

Corona in Hessen

Kaum Toiletten und Waschräume für Lkw-Fahrer in Hessen

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Lkw-Fahrer haben in der Corona-Krise oft keinen Zugang zu Toiletten und Waschräumen. Staatssekretär Deutschendorf appelliert deshalb an Rasthofbetreiber und Unternehmen.

Lastwagenfahrer haben in Zeiten von Corona zunehmend Probleme, eine offene Toilette oder einen offenen Waschraum zu finden. Hessens Verkehrsstaatssekretär Jens Deutschendorf (Grüne) appelliert deshalb an Rasthofbetreiber und Unternehmen, bei denen die Lastwagen be- und entladen werden, sanitäre Einrichtungen und Stellplätze zu öffnen.

„Wir brauchen gerade jetzt genügend und gesunde Fahrerinnen und Fahrer, damit die Lieferketten weiter verlässlich funktionieren“, sagt Deutschendorf. „Dafür ist es unerlässlich, dass sie ausreichend Gelegenheit zur Einhaltung der Hygienevorschriften haben.“ Wie für alle anderen sei auch für die Fahrer häufiges Händewaschen in der jetzigen Situation ein vorbeugender Schutz und müsse gewährleistet sein. Deutschendorf stellte heraus, dass die Männer und Frauen die Waren für den täglichen Bedarf transportieren – etwa Schutzkleidung und frische Lebensmittel.

Um die gestiegene Nachfrage befriedigen zu können, hätten die Behörden das Sonn- und Feiertagsfahrverbot aufgehoben, befristete Fahrerlaubnisse für Berufskraftfahrer wurden verlängert. „Wir sollten deshalb auch die Fahrer unterstützen“, sagt Deutschendorf.

„Schleichender Prozess“: Zugang zur Sanitäranlagen immer häufiger verwehrt

Thorsten Hölser vom Landesverband spricht von einem „schleichenden Prozess“. Immer häufiger komme es vor, dass den Fahrern beim Be- und Entladen der Zugang zu den sanitären Räumlichkeiten verwehrt werde. „Da ist so mancher übers Ziel hinausgeschossen“, moniert der Geschäftsführer des Fachverbands Güterkraftverkehr und Logistik in Hessen und der Speditions- und Logistikverband Hessen/Rheinland-Pfalz (SLV).

Es sei durchaus möglich, das Gebot der Distanz zu befolgen, indem man die Räume nacheinander nutze. An Raststätten gebe es ebenfalls Probleme, denn dort seien die Waschräume oft geschlossen. Vorbildlich verhalte sich allerdings der Betreiber Tank & Rast. Das Transportgewerbe laufe im Moment zweigeteilt, sagt Hölser. Lebensmittel, Medikamente und andere Waren des täglichen Bedarfs seien stark nachgefragt. In diesen Branchen „werden zum Teil händeringend Leute gesucht“. Hingegen sei das produzierende Gewerbe nahezu zum Erliegen gekommen: „Hier gibt es Kurzarbeit.“

Wer zusätzliche Lastwagen-Parkplätze mit Zugang zu Toiletten und Duschen zur Verfügung stellen möchte, kann sich mit Angabe der Parkplatzadresse unter sanistop@docstop.eu melden. Auf der Homepage von Docstop.eu finden Brummifahrer weitere Informationen.

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