Louise Kiesling ist eine der beiden Nachfolgerinnen von Ferdinand Piëch und seiner Frau.
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Louise Kiesling ist eine der beiden Nachfolgerinnen von Ferdinand Piëch und seiner Frau.

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VW kauft sich Zeit

  • Frank-Thomas Wenzel
    vonFrank-Thomas Wenzel
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Zwei Frauen aus dem Piëch-Clan rücken in den Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns vor. Das Unternehmen will wohl vor allem eins: schnell Ruhe schaffen.

Zwei Frauen rücken in den Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns auf: Louise Kiesling und Julia Kuhn-Piëch. Das hat Symbolkraft. Das Unternehmen will damit demonstrieren, dass es die Vorgaben der Politik in puncto Frauenquote ernst nimmt.

Die neuen Mitglieder kommen aus dem Porsche-Piëch-Clan, der die Mehrheit der stimmberechtigten Aktien von Porsche hält. Die beiden mussten zudem aus dem Familienzweig kommen, der dem zurückgetretenen Ehepaar Ferdinand und Ursula  Piëch nahesteht. Das ist nötig, um den Proporz innerhalb der Familie bei den Mandaten fürs Kontrollgremium zu wahren.

Es droht Stagnation

Das Resultat, ohne dem Frauen-Duo zu nahe zu treten: Es ist nicht zu erwarten, dass die beiden sich als starke Aufseherinnen profilieren werden. Vieles deutet darauf hin, dass mit den Personalentscheidungen nach dem heftigen Machtkampf  - Piëch gegen Martin Winterkorn - zuerst einmal für die Hauptversammlung in der kommenden Woche und dann für die folgenden Monate Ruhe geschaffen werden soll.

Der Aufsichtsrat kauft sich Zeit, um nach  der starken Persönlichkeit zu suchen, die das Kontrollgremium an seiner Spitze eigentlich braucht. Doch den oder die Richtige zu finden, wird nicht einfach. Vor allem erscheint es derzeit kaum vorstellbar, dass sich in Anbetracht der durch den Marktkampf erstarkten Arbeitnehmerseite ein renommierter Manager etwa vom Schlage des Ex-Linde-Chefs Wolfgang Reitzle für den Job gewinnen lässt. Es droht Stagnation. Doch eine Hängepartie beim notwendigen Umbau des Unternehmens und seiner schwächelnden Kernmarke VW  kann sich der Konzern eigentlich nicht leisten.                 

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