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Die VW-Deals bringen den Autobauer in Bedrängnis.
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Die VW-Deals bringen den Autobauer in Bedrängnis.

Porsche

Das Kartenhaus stürzt ein

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Die VW-Deals werden für Porsche zum Risiko. Die Stuttgarter Autobauer haben einen Derivatezirkus organisiert, der das Unternehmen in Bedrängnis bringen könnte. Von Frank-Thomas Wenzel

Der 19. Juni kann für Porsche zum Schicksalstag werden. Dann wird an der Terminbörse eine große Zahl von Optionskontrakten auf VW-Aktien fällig.

Was das mit Porsche zu tun hat? Die Stuttgarter Autobauer haben einen Derivatezirkus organisiert, der das Unternehmen in ganz schwere Bedrängnis bringen könnte. Allerdings, niemand weiß genau, wer dabei welche Rolle spielt.

Es geht um ein komplexes Geflecht aus Kauf- und Verkaufsrechten auf VW-Stammaktien, die sowohl von Porsche als auch von Banken gehalten werden. Der entscheidende Punkt: Banken haben VW-Aktien im Depot und das Recht, diese Papiere innerhalb der nächsten Wochen an Porsche zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Christian Breitsprecher, Analyst von Sal. Oppenheim, etwa geht davon aus, dass es sich um 21 bis 24 Prozent der VW-Aktien zu einem Preis von jeweils 130 Euro handelt, andere Analysten gehen von 20 Prozent und 100 Euro aus.

Dafür müsste Porsche maximal weitere neun Milliarden Euro auftreiben. Das ist nach aktuellem Stand ziemlich unwahrscheinlich, da das Unternehmen von einer Nettoverschuldung in Höhe von neun Milliarden Euro geplagt wird und kurzfristig weitere 1,75 Milliarden benötigt werden, um laufende Ausgaben zu decken. Diese Klemme bringt die Banken in eine komfortable Situation.

Da sie wissen, dass Porsche die Papiere nicht erwerben kann, fangen sie an, die VW-Titel an der Börse loszuschlagen. Der Effekt: Der Kurs der VW-Stammaktie sinkt - langsam aber sicher. Gestern kostete sie noch 216 Euro. Die Analysten gehen davon aus, dass sie sich in den nächsten Wochen irgendwo zwischen 60 und 70 Euro einpendeln könnte.

Dann würde es bitter für Porsche: Denn der Sportwagenbauer ist ja immer noch verpflichtet, die Papiere für 130 Euro zu erwerben. Da es sich hier um Optionen mit Barausgleich handelt, muss Porsche einfach die Differenz an die Bank überweisen, bei einem aktuellen Kurs von 70 Euro und einem Ausübungspreis von 130 Euro wären das also 60 Euro pro Aktie, die die Porsche-Kasse belasten.

Hinzu kommt noch, dass Porsche riesige Einbußen in der Bilanz einfahren würde. Denn die enormen Buchgewinne resultierten vor allem aus dem völlig überhöhten Kurs der VW-Aktie, der zustande kam, weil ursprünglich Porsche 75 Prozent von VW übernehmen wollte, derzeit sind es nur knapp 51 Prozent. Fazit: Die Optionsgeschäfte drohen, wie ein Kartenhaus zusammenzubrechen.

Es gibt Auswege, die allerdings schmerzhaft sind, für die Porsche- Eigner, die Familien Piëch und Porsche. Sie könnten über eine Kapitalerhöhung frisches Geld in das Unternehmen pumpen. Frank Schwope, Analyst der NordLB, hält es auch für denkbar, dass ein Großinvestor Porsche ein wuchtiges VW-Paket für einen zweistelligen Milliardenbetrag abkauft. Oder Porsche verkauft sein Kerngeschäft an VW und verwendet den Erlös zur Entschuldung. Genau über diese Szenarien wird derzeit bei den Piëchs und Porsches und bei VW diskutiert.

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