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Kartellverfahren gegen Deutsche Bahn

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Von: Peter Kirnich

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Missbraucht die Bahn ihre marktbeherrschende Stellung beim Fahrkartenverkauf? Das will das Bundeskartellamt in einem Verfahren klären lassen.
Missbraucht die Bahn ihre marktbeherrschende Stellung beim Fahrkartenverkauf? Das will das Bundeskartellamt in einem Verfahren klären lassen. © dpa/Archiv

Missbraucht die Deutsche Bahn ihre marktbeherrschende Stellung und die gesetzliche Verpflichtung zur Aufstellung einheitlicher Tarife in Nahverkehr dazu, nichtbundeseigene Wettbewerber in die eigenen Vetriebskanäle zu zwingen? Diese Frage will das Bundeskartellamt in einem Verfahren klären.

Das Bundeskartellamt hat gegen die Deutsche Bahn ein Verfahren wegen des Verdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung beim Fahrkartenverkauf eingeleitet. Das teilte die Behörde am Donnerstag in Bonn mit.

„Wettbewerber beklagen, dass sie allenfalls einen eingeschränkten Zugang zu den Vertriebskanälen der Deutschen Bahn haben. Wir werden der Frage nachgehen, warum Wettbewerber der Deutschen Bahn ihre Fahrkarten nicht an den Bahnhöfen verkaufen können. Auch der Vertrieb von Fahrkarten, den die Deutsche Bahn für andere Unternehmen vornimmt, kommt auf den Prüfstand. Funktionierender Wettbewerb beim Fahrkartenverkauf ist essentiell für den Wettbewerb auf der Schiene", so Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, in einer Pressemitteilung.

Unterschiedliche Provisionen

Die Behörde will eigenen Angaben zufolge prüfen, ob unterschiedliche Provisionshöhen beim Vertrieb von Fahrkarten, den die DB für Wettbewerber durchführt. gerechtfertigt sind. Außerdem will das Kartellamt der Frage nachgehen, ob die gesetzliche Verpflichtung zur Aufstellung gemeinsamer Tarife zwischen der Deutschen Bahn und ihren Wettbewerbern im Nahverkehr vom bundeseigenen Konzern dazu missbraucht wird, private Anbieter zur Nutzung der Vertriebskanäle der DB zu zwingen.

Das Bundeskartellamt hat die Deutsche Bahn, mehrere ihrer Wettbewerber im Nah- und Fernverkehr sowie den Tarifverband Bundeseigener und Nicht-Bundeseigener Eisenbahnen in Deutschland (TBNE) zu umfassenden Stellungnahmen aufgefordert.

Bahn sieht Verfahren "gelassen"

Die Deutsche Bahn erklärte in einer Pressemitteilung, man sehe "dem Verfahren gelassen entgegen". Schon heute könnten Wettbewerber Flächen in Bahnhöfen für eigene Zwecke anmieten. Die Forderung, Fahrkarten konkurrierender Eisenbahnunternehmen für den Fernverkehr in DB Reisezentren mit zu verkaufen, entspreche nicht dem Gedanken von freiem Wettbewerb, meint DB-Personenverkehrs-Vorstand Ulrich Homburg. Auch im Luftverkehr müssten die einzelnen Fluggesellschaften ihre Vertriebskanäle selbst betreiben. 

Auch im Nahverkehr gibt es nach Ansicht der Bahn einen funktionierenden Wettbewerb beim Vertrieb von Fahrkarten. So vertrieben andere Eisenbahnverkehrsunternehmen ihre Tickets in Eigenregie oder über frei wählbare dritte Dienstleister.

An Bahnhöfen stelle die DB anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen Flächen für deren Fahrkartenautomaten sogar kostenfrei zur Verfügung. Alternativ könnten die Wettbewerber auch die DB Vertrieb GmbH beauftragen. Außerdem würden Vertriebsdienstleistungen durch die Aufgabenträger zunehmend separat ausgeschrieben, so die Bahn in ihrer Stellungnahme. (dak/dpa)

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