Schließungen

Karstadt klagt

Der angeschlagene Warenhauskonzern will Läden in NRW öffnen.

Der schwer angeschlagene Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof geht gerichtlich gegen die Schließung seiner Kaufhäuser in der Corona-Krise vor. Beim nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster ging ein entsprechendes Eilverfahren gegen die Coronaschutzverordnung ein, wie es am Freitag mitteilte. Eine gerichtliche Entscheidung wird es in dieser Woche aber noch nicht geben.

Mit ihrem Antrag „wendet sich die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH gegen die Schließung ihrer in Nordrhein-Westfalen gelegenen Kaufhäuser“, erklärte das OVG. Es habe dem Land NRW Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben.

Ab Montag gelten neue Vorgaben für den Einzelhandel. Große Kaufhäuser wie Karstadt und Kaufhof müssen demnach weiterhin geschlossen bleiben. Die von Bund und Ländern vorgegebene langsame Öffnung des Handels sieht nämlich vor, dass nur Geschäfte bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ab Montag wieder unter bestimmten Sicherheitsauflagen öffnen dürfen. Mit dieser Regelung soll gewährleistet werden, dass nicht alle Läden auf einmal aufmachen und die Innenstädte dadurch wieder zu voll werden.

Allerdings hat das Land Nordrhein-Westfalen einen Sonderweg eingeschlagen: Es erlaubt zusätzlich die Öffnung von Möbelhäusern - darunter auch die der großen Kette Ikea – sowie von Babyfachmärkten. Mehrere Handelsketten und Verbände hatten bereits kritisiert, dadurch entstehe eine willkürliche Wettbewerbsverzerrung.

Die erzwungenen Schließungen der Kaufhäuser zur Eindämmung der Corona-Pandemie seien „ein gravierender Einschnitt für das Tagesgeschäft und sämtliche Umsätze des Unternehmens“, erklärte Karstadt Kaufhof auf seiner Website. Der Warenhauskonzern bereitet gerade seine Sanierung in einem sogenannten Schutzschirm-Verfahren vor, das er Anfang April beim zuständigen Amtsgericht in Essen beantragt hatte.

Ziel dieser Sanierung unter der Verantwortung der Geschäftsführung ist laut Unternehmen, „unseren Mitarbeitern, Kunden und Partnern eine nachhaltige Perspektive zu bieten“. Zuvor hatte sich der Warenhauskonzern Karstadt Kaufhof in der Corona-Krise bereits um Staatshilfen bemüht und Kurzarbeit eingeführt. (afp/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare