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Karlsruhe macht Kurse

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Von: Stefan Wolff

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Die nächste Runde im Retttungsreigen ist eröffnet. Nun soll Karlsruhe darüber entscheiden, ob der Rettungsschirm ESM in der dargebrachten Form mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar ist oder nicht. Händler rechnen damit dass das Bundesverfassungsgericht den ESM  nicht stoppen wird. Es wird aber Forderungen nach mehr demokratischer Kontrolle geben.

Die Börsen sind derzeit wie gelähmt. Das Euro-Finanzministertreffen ließ die Händler ebenso erstarren wie der Blick nach Karlsruhe. An der Wall Street wirkten zum Wochenauftakt die schwachen US-Arbeitsmarktdaten von Freitag nach. Der Dow Jones verlor ein Viertel Prozent. Auch Asiens Börsen schalteten die Ampeln auf rot. Chinas Importe sind weniger stark gewachsen als erwartet worden war. Das lies alte Konjunktursorgen um die Wirtschaftskraft des Drachen wieder aufflammen.

Auch von der europäischen Wirtschaft kommen heute wichtige Konjunktursignale. Großbritannien, Italien und Frankreich liefern aktuelle Daten zur Industrieproduktion. Die Lufthansa legt akuelle Verkehrszahlen vor. Der Biosprithersteller Crop Energies eröffnet mit Zahlen die deutsche Bilanzsaison.

Traditionell ruht der Blick aber in diesem Fall auf dem Aluminiumhersteller Alcoa. Das vom ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Unternehmen konnte aber nicht überzeugen. Die weltweit rückläufige Nachfrage nach dem Rohstoff hat das Ergebnis belastet. Alcoa rutschte sogar in die roten Zahlen. Das sind keine guten Signale für eine Bilanzsaison, die ohnehin nicht so stark erwartet wird. Eher am Rande werden die Anleger die Aktionärsversammlung des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) beobachten.

Im Fokus bleibt die Schuldenkrise. Spaniens langfristige Zinsen sind wieder über sieben Prozent gestiegen. Spekulationen auf den Rettungsschirm für das ganze Land trieben die Renditen. Nicht wenige Beobachter sehen die Sieben-Prozent-Marke als Wette gegen die Europäische Zentralbank (EZB), die nach dem vergangenen Treffen keine weiteren Aufkaufprogramme angekündigt hatte. Nun reizen die Märkte die EZB zur Intervention. Zumindest scheint es ein Versuch zu sein, EZB-Chef Draghi aus der Reserve zu locken.  

DAX-Kamera von der Börse Frankfurt

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