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Angela Merkel fordert die Geldhäuser zu mehr Nachhaltigkeit auf.

Sparkassentag

Angela Merkel: Banken sollen mehr für den Schutz der Lebensgrundlage der Menschen tun 

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Auf dem Sparkassentag in Hamburg appelliert die Kanzlerin an die Finanzinstitute, sich stärker für Nachhaltigkeit einzusetzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die deutschen Finanzinstitute aufgefordert, sich mehr für Nachhaltigkeit einzusetzen. „Wir erleben dieser Tage die berechtigte Ungeduld der Jugend, uns mehr mit Themen wie dem Klima- und Artenschutz zu beschäftigen“, sagte Merkel auf dem Deutschen Sparkassentag in Hamburg. Es könne kein Zweifel bestehen, dass das heutige Finanzsystem nachhaltige Projekte, etwa in den Bereichen erneuerbare Energien und neue Technologien, nicht ausreichend berücksichtige. „Damit müssen Sie sich in Zukunft sicher mehr beschäftigen“, sagte Merkel gewandt an die etwa 2500 Teilnehmer des Sparkassentags.

Auf dem Sparkassentag treffen sich alle drei Jahre vor allem Vertreter von Sparkassen, Landesbanken sowie Politiker. Dieses Mal steht die zweitägige Veranstaltung unter dem Motto „Gemeinsam allem gewachsen“ und legt einen Schwerpunkt auf gesellschaftspolitische Fragen – vor allem, wie einem Auseinanderdriften der deutschen Gesellschaft, aber auch der EU, entgegengewirkt werden kann.

Merkel bedankte sich explizit bei den Sparkassen dafür, dass sie in der Finanzkrise Vertrauen der Kunden in das Bankensystem „gerettet“ hätten und dass sie ihre Kunden „pfleglich“ behandeln würden. „Sie sind eine wichtige Stütze des Finanzmarkts“ erklärte die Kanzlerin.

„Die Sparkasse muss schon etwas wie die gute Seele einer Region oder eines Ortes bleiben“, sagte Merkel. Nur auf Effizienz und Profitabilität zu schauen, reiche nicht aus. Dafür erntete die Kanzlerin großen Applaus der Teilnehmer.

Die Sparkassen mit ihrer Ausrichtung auf das Gemeinwohl wurden vor der Finanzkrise oft eher belächelt, als Erfolgsmodell dagegen galten die großen Privatbanken mit ihrer Ausrichtung auf den Shareholder Value. Immer wieder wurde über eine Durchbrechung des sogenannten deutschen Drei-Säulen-Modells aus Sparkassen, Genossenschafts- und Privatbanken diskutiert, indem auch private Investoren bei Sparkassen einsteigen sollten. Diese Debatte ist seit Ausbruch der Finanzkrise tot. Auch Merkel legte am Mittwoch ein klares Bekenntnis zum Drei-Säulen-Modell ab. „Vielfalt ist etwas, was wir uns nicht nur leisten können, sondern müssen“, sagte sie mit Blick auf den deutschen Bankenmarkt.

Merkel bat die Sparkassen, weiterhin in der Fläche vertreten zu bleiben und nicht zu viele Filialen zu schließen. In vielen ländlichen Regionen Deutschlands sind nur noch Sparkassen vertreten. Andere Institute haben sich zurückgezogen, da sich der Filialbetrieb auf dem Land häufig nicht rentiert. „Sie sind diejenigen, die für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse mitsorgen können“, appellierte die Kanzlerin an die Teilnehmer. Schließlich lebe mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland in der Fläche.

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