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Er kann auch zutreten

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Puma steckt in der Krise.
Puma steckt in der Krise. © dpa

Der Norweger Björn Gulden wird Chef des deutschen Sportartikelherstellers Puma und soll den Konzern wieder in die Spur bringen.

Von Jutta Maier

Monatelang war unklar, wer die Nachfolge von Franz Koch antreten sollte. Schließlich hatte der Verwaltungsrat von Puma schon im Dezember bekannt gegeben, dass der Chef des Sportartikelherstellers im März ausscheiden wird. „ In beiderseitigem Einvernehmen“, hieß es damals.

Im Februar fiel dann erstmals der Name Björn Gulden, doch der dementierte. Nun ist es offiziell, dass der 47-Jährige im Juli den Chefposten am deutschen Firmensitz in Herzogenaurach übernehmen wird. War Franz Koch in erster Linie wegen seines Alters aufgefallen – er trat den Posten mit gerade 32 Jahren an – so ist es bei dem Norweger Björn Gulden seine frühere Karriere als Profifußballer.

In den 80er-Jahren spielte er nicht nur in norwegischen Clubs, sondern auch einige Male für den 1. FC Nürnberg im Mittelfeld und soll dabei auch ein Tor geschossen haben.

Auch als Manager ist Gulden kein Unbekannter: Von 2000 bis 2011 arbeitete er als Geschäftsführer bei Deichmann, zuletzt war er Chef bei dem dänischen Schmuckhersteller Pandora. Auch bei der Outdoormarke Helly Hansen und sogar beim Erzrivalen Adidas saß Gulden schon im Management. Bei Adidas war er für Kleidung und Accessoires zuständig.

Diese Erfahrungen wird Björn Gulden brauchen, denn er kommt in schwierigen Zeiten zu Puma. Der weltweit drittgrößte Sportartikelhersteller ist immer weiter hinter Adidas und Nike zurückgefallen und steckt inmitten eines der größten Umbau- und Sparprogramme in der Konzerngeschichte.

2012 schlug sich das kräftig im Gewinn nieder, der um 70?Prozent auf 70 Millionen Euro schrumpfte. Doch anders als Franz Koch traut das Management des französischen Mutterkonzerns PPR, der sich demnächst in Kering umbenennt, Björn Gulden zu, Puma wieder in die Spur zu bringen: „Ich bin davon überzeugt, dass Björn Gulden der richtige Mann ist, um Puma konsequent durch das derzeitige Restrukturierungs- und Transformationsprogramm zu führen mit dem Ziel, das begehrteste und nachhaltigste Sportlifestyle-Unternehmen der Welt zu werden“, so Jean-François Palus, Geschäftsführer von PPR und Vorsitzender des Puma-Verwaltungsrates.

PPR hält gut 80?Prozent an Puma und vollzieht gerade den Wandel zu einem reinen Luxus- und Sportartikelkonzern mit Marken wie Alexander McQueen und Gucci.

Sortiment reduzieren

Bei Puma nahm PPR die Zügel Ende vergangenen Jahres immer fester in die Hand: Mit Palus’ Übernahme des Puma-Verwaltungsratsvorsitzes von Jochen Zeitz, der den Sportartikelhersteller 20 Jahre lang geleitet und ihm ein modernes Image verpasst hatte, läuteten die Franzosen im November ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte ein. Dazu zählte auch, dass mit Franz Koch der Zögling von Zeitz nach nur anderthalb Jahren an der Spitze den Stuhl räumen musste.

Sein Nachfolger Gulden hat nun alle Hände voll zu tun, das Umbauprogramm läuft noch bis 2015. Um Puma profitabler zu machen, wird die Länderorganisation in Europa deutlich gestrafft, 90 Einzelhandelsgeschäfte vor allem in „reifen“ Märkten sollen dicht gemacht und im Gegenzug neue eröffnet werden, vor allem in rentableren Schwellenländern.

Bei den Sponsoring-Verträgen trennt sich Puma von allem, was nicht zum Kerngeschäft gehört oder nicht genug abwirft. Zudem will Puma sein Sortiment um 30?Prozent reduzieren und etwa keine Segel-Produkte mehr anbieten. Auch aus dem Rugby-Sport in Europa wollen sich die Herzogenauracher zurückziehen.

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