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Künftig soll es bei Flügen mit einer Distanz bis zu 3500 Kilometer erst nach fünf Stunden Verspätung einen Anspruch auf Entschädigung geben. Bisher gibt es nach drei Stunden eine Entschädigung.
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Künftig soll es bei Flügen mit einer Distanz bis zu 3500 Kilometer erst nach fünf Stunden Verspätung einen Anspruch auf Entschädigung geben. Bisher gibt es nach drei Stunden eine Entschädigung.

Fluggastrechte

Kampf um Rechte für Fluggäste

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Der europäische Fahrgast-Dachverband EPF attackiert die Pläne der EU-Kommission: Durch Änderungen droht eine Verschlechterung für Passagiere.

Der Kampf um die Rechte von Fluggästen gewinnt an Schärfe. Massiv hat der europäische Fahrgast-Dachverband EPF die Pläne der EU-Kommission attackiert. Ein Großteil der Änderungen stelle die Passagiere schlechter als bisher, sagte EPF-Vorstandsmitglied Josef Schneider. So solle bei Flügen mit einer Distanz bis zu 3500 Kilometer ein Anspruch auf Entschädigung erst nach fünf Stunden Verspätung entstehen. Bisher gibt es viel früher eine Entschädigung, nämlich bereits nach drei Stunden.

Für Schneider steht fest: „Setzen sich die EU-Kommission und die deutsche Bundesregierung mit ihren Änderungen durch, gehen rund 72 Prozent der Passagiere, die derzeit Entschädigungen fordern können, künftig leer aus.“

Die Bundesregierung unterstützt die Pläne der Brüsseler Behörde. Es werde mehr Rechtssicherheit für die Verbraucher geschaffen, heißt es in Berlin. Branchenkenner gehen davon aus, dass die EU-Kommission den vielen angeschlagenen Airlines in Europa helfen will.

Kritik an Ausnahmeregelungen

In den vergangenen Jahren haben sowohl Brüssel als auch viele nationale Regierungen komplexe Regelwerke geschaffen, die selbst Juristen manchmal nicht mehr durchschauen. Fluggesellschaften klagen über eine Flut von Beschwerden. Allein bei Air Berlin sollen 30 000 nicht bearbeitete Reklamationen über Verspätungen und Flugausfälle aufgelaufen sein. Verbraucherschützer werfen den Airlines vor, die Bearbeitung von Schadenersatzforderungen bewusst zu verschleppen, um die geprellten Passagiere madig zu machen.

Besonders kritisch beurteilt die EPF die geplanten Ausnahmeregelungen. So sollen künftig technische Defekte an Flugzeugen als „außergewöhnliche Umstände“ gelten. Sie wären dann ein Grund, keinen Ausgleich zahlen zu müssen. Bislang gehören sie zum normalen Betriebsrisiko einer Fluggesellschaft. Diese Aufweichung der Regeln könnte nach Ansicht von Experten dazu führen, dass Airlines technische Probleme vorschieben, wenn sie Flüge stornieren, die nicht ausreichend ausgelastet sind.

Schneider forderte zudem, dass Passagierrechte künftig verständlich und nachvollziehbar formuliert werden müssten. Das Europaparlament und auch die Mitgliedsstaaten müssen dem im März von der Kommission vorgelegten Gesetzentwurf zustimmen.

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