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Zentrale des Pharmaunternehmens Ratiopharm in Ulm (Archivbild).

Merckle-Gruppe

Kampf um Ratiopharm

Um Ratiopharm startet ein Bieterwettbewerb. In der Endrunde stehen die Pharmahersteller Pfizer und Teva sowie der Finanzinvestor EQT. Die Merckle-Gruppe muss vom Erlös Schulden abbauen. Von Jutta Maier

Von Jutta Maier

Das Bieterrennen um den Generikahersteller Ratiopharm geht in die heiße Phase. Einem Bericht des Handelsblatts zufolge sind die Pharmahersteller Pfizer und Teva sowie der schwedische Finanzinvestor EQT in die Endrunde des Verfahrens gekommen.

Bis Anfang Februar sollen sie verbindliche Angebote vorlegen. Das Blatt beruft sich auf Finanzkreise. Weder Ratiopharm noch die Bieter wollten sich dazu äußern.

Ratiopharm gehört der Ulmer Merckle-Gruppe. Die Familie des verstorbenen Adolf Merckle muss sich auf Druck ihrer Gläubigerbanken von Ratiopharm trennen, um die Schuldenlast des Imperiums abzubauen. Branchenkenner setzen laut Handelsblatt den Kaufpreis bei 2,8 bis drei Milliarden Euro an.

Beobachter erwarten, dass einer der Pharmariesen das Rennen machen wird. "Die Synergieeffekte sind bei einem strategischen Investor deutlich höher einzuschätzen als bei einem Finanzinvestor", sagte Unicredit-Analyst Rocco Schilling der Frankfurter Rundschau. Gegen EQT spreche, dass es für Private Equity-Firmen in den vergangenen Jahren viel schwieriger geworden sei, Kapital aufzunehmen.

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer hätte die Übernahme laut Schilling nötiger: Der Konzern sei trotz der Fusion mit Wyeth getrieben vom Auslaufen wichtiger Patente für Kassenschlager wie den Blutfettsenker Lipitor. Diese Lücke könne teilweise mit Generika gefüllt werden. Dank Pfizers Größe würde die Akquisition das Unternehmen finanziell nicht sonderlich belasten.

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