Schimmelgefahr

Kalt und krank machend

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Viele arme Menschen in Deutschland leben in feuchten Wohnungen.

Jeder fünfte Arme in Deutschland lebt in einer feuchten Wohnung. Das geht aus Zahlen des Europäischen Statistikamts Eurostat hervor, die von der Linken-Bundestagsfraktion ausgewertet wurden. Demnach lebten im vergangenen Jahr hierzulande 21,2 Prozent der Menschen mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in einer zu feuchten Wohnung. Bei Menschen mit höherem Einkommen waren es 10,8 Prozent.

Die sogenannte Armutsgefährdungsschwelle lag im vergangenen Jahr bei 1096 Euro für Alleinstehende beziehungsweise bei 2302 Euro für Familien. Die Zahlen erfassen Menschen in Wohnungen mit durchlaufendem Dach, mit Feuchtigkeit in Wänden, Böden oder Fundament oder Fäulnis in Fensterrahmen oder Böden.

Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann sprach angesichts der Zahlen von einem unerträglichen Zustand: „Bei dunklen, feuchten Wohnungen denken viele an längst vergangene Zeiten, etwa an die Arbeiterwohnungen des 19. Jahrhunderts. Dass noch heute Menschen unter gesundheitlich bedenklichen Wohnbedingungen leben müssen, ist in einem wohlhabenden Land wie Deutschland ein Skandal.“ Weiter sagte die Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag: „Die Zahlen zeigen sehr plastisch, wie Armut ausgrenzend wirkt und krank machen kann.“

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