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Ayakha Melithafa

Südafrika

Kämpferin gegen Kohle

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Die 17-jährige Ayakha Melithafa setzt sich für mehr Transparenz bei südafrikanischen Unternehmen ein.

Etwas Ähnliches wie die „Fridays for Future“-Bewegung gibt es auch in Südafrika. Ayakha Melithafa beteiligt sich an den Klimaprotesten am Kap. Die 17-Jährige ist eine der zehn jugendlichen „Change Maker“, die das Weltwirtschaftsforum (WEF) nach Davos eingeladen hat. Der Begriff ist schwierig aus dem Englischen zu übersetzen – vielleicht passt „Veränderungsaktivistin“.

Melithafa lebt in einem Vorort von Kapstadt. Dort engagiert sie sich in der African Climate Alliance (Afrikanische Klimaallianz), einem Teil der neuen weltweiten Klimabewegung. Im vergangenen Jahr wurde die Organisation gegründet, seitdem hat sie beispielsweise einige Protesttage aus Anlass des Klimawandels veranstaltet.

Die Jugend-Politgruppe will Druck auf Unternehmen und die Regierung von Südafrika ausüben. Ein Ziel besteht darin, die Bergbaufirmen und Kraftwerke zu verpflichten, über die Umweltauswirkungen ihrer Geschäfte zu berichten. Südafrika bestreitet einen großen Teil seiner Energieversorgung mit Steinkohle, die im Land selbst abgebaut wird. Außerdem verlangt die Organisation, mehr Geld in erneuerbare Energien zu investieren.

Zum Beispiel Schulen und Stadtteilversammlungen laden Melithafa, die in die zwölfte Klasse geht, ein, damit sie über die Energie- und Klimaproblematik berichtet. Sie betreibt klassische Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Durch Interviews in Radio und Fernsehen ist sie mittlerweile so bekannt, dass sie zahlreiche Einladungen erhält.

Das Weltwirtschaftsforum hatte zunächst wohl einen taktischen Grund, die junge Frau zu seinem alljährlichen Kongress in die Schweiz zu holen. Man wollte sich nicht zu sehr dem Einfluss der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg ausliefern, die nach Davos gekommen ist. Die zehn Jugendlichen aus aller Welt sollten ein Gegenwicht darstellen.

Allerdings lädt das Forum traditionell junge Leute aus verschiedenen Ländern ein, die sich für gesellschaftliche Anliegen engagieren. Das Forum gibt ihnen damit die Gelegenheit, internationale Kontakte zu knüpfen und so ihre Arbeit zu Hause voranzubringen. Andererseits weitet das WEF auf diese Art sein eigenes Netzwerk aus.

Melithafas Mutter, eine pensionierte Lehrerin, bestellt eine kleine Farm mit etwa fünf Hektar Land in der Nähe von Kapstadt. Dort komme es immer zu Wasserknappheit, sagt die Tochter. Die zunehmende Trockenheit führt sie auf den Klimawandel zurück, der auch von der südafrikanischen Kohleindustrie mitverursacht werde. Das war ihr ursprüngliches Motiv, sich politisch zu engagieren.

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