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Rentenversicherung für junge Leute: Die Zielgruppe beißt nicht an

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Rentenversicherung für junge Leute: Die Zielgruppe beißt nicht an

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Die Allianz hat 2018 eine neuartige Rentenversicherung für junge Erwachsene gestartet - mit bislang mageren Ergebnissen.

Altersvorsorge ist mühselig mit Zinsen nahe Null. Das gilt vor allem für jüngere Erwachsene, die selten an den fernen Lebensabend denken. Mit 48 Prozent spart in dieser Altersgruppe nicht einmal jeder Zweite Deutsche wenigstens sporadisch für das Alter, hat das Versorgungswerk Metallrente in seiner Jugendstudie 2019 ermittelt. Regelmäßig legt kaum jeder Dritte etwas zurück. 2010 waren es noch deutlich mehr. Die Allianz als dominierender Marktführer bei privater Altersvorsorge ist 2018 angetreten, das zu ändern. „Ich bin zuversichtlich, dass wir einen neuen Standard im Markt setzen“, hatte Vorstand Volker Priebe verkündet. Ein Jahr später sieht es nicht danach aus.

Das Eis brechen sollte ein neuartige Rentenpolice namens Fourmore: hochflexibel bei Ein- und Auszahlung , online abschließ- sowie verwaltbar und damit voll auf junge Erwachsene zugeschnitten, die ihr Smartphone kaum noch aus der Hand legen. Der bisherige Absatz aber signalisiert einen Flop - was Priebe allerdings nicht gelten lässt. „Mit bislang knapp 1.000 Abschlüssen sind wir zufrieden und sehr zuversichtlich“, sagt er. Die Police sei ein Experiment. Man betrete mit ihr Neuland und sei noch am Lernen.

Gelernt hat die Allianz zum Beispiel, dass Fourmore-Kunden sich zwar online informieren, aber sechs von zehn doch lieber offline beim Makler abschließen. Folglich wird ihr Vertrieb derzeit auf die bundesweit gut 8.000 Allianz-Vertreter erweitert. Dennoch findet Priebe die Online-Abschlussquote von 40 Prozent ermutigend. Denn im Schnitt würden vergleichbare Policen nur zu einem Zehntel per Internet ohne Vertreter gezeichnet.

Überrascht ist die Allianz davon, dass nicht nur die angepeilte Zielgruppe junger Erwachsener die Police abschließt. „Es sind auch relativ viele Ältere dabei“, sagt Priebe. Genauere Angaben bleibt er schuldig. Aber die Möglichkeit, bei Fourmore beliebige Beträge einzahlen zu können, ohne wie bei Rentenpolicen sonst an fixe Summen gebunden zu sein und außerdem auch noch eingezahltes Geld im Notfall unkompliziert wieder abheben zu können, treffe offenbar nicht nur den Nerv junger Kunden. Darauf deutet auch die relativ hohe Einzahlungssumme im ersten Jahr von im Schnitt 5000 Euro je Vertrag.

Der schwache Absatz könnte auch daran liegen, dass die Allianz bei Fourmore mit dem Erreichen des 67. Lebensjahr, wenn die Police fällig wird, nur die eingezahlte Summe zur Auszahlung garantiert. Wie bei den vor sechs Jahren eingeführten, neuartigen Lebenspolicen ohne Garantiezins. Während diese dennoch zum Renner wurden, ist Fourmore bislang der Ladenhüter.

Möglicherweise liegt das auch an den vier Prozent Gebühr auf jede Einzahlung. Dazu kommt jährlich noch eine rund einprozentige Verwaltungsgebühr. Nicht nur Stiftung Warentest zeigte sich deshalb wenig begeistert von Fourmore. Auch Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des Bundes der Versicherten, kritisiert die Police. „Die Verbraucher zeigen bei Fourmore endlich finanzrationales Verhalten und vermeiden Vertragsabschlüsse“, sagt er. Das Absatzergebnis sei katastrophal und eine herbe Niederlage für die Allianz.

Die will nicht aufgeben und verweist auf 3,8 Prozent Anlagerendite im ersten Jahr. Gleichzeitig verschiebt sie den Fokus und will nicht mehr ausschließlich junge Erwachsene ansprechen, so Priebe: „Man wird in der Werbung künftig nicht mehr nur tätowierte Biker oder junge Surferinnen sehen.“ Die Zielgruppe für digitale und flexible Vorsorge sei eben breiter als erwartet.

Allzu sicher ist er sich aber wohl nicht, die Police noch zum Verkaufsschlager machen zu können. Wann der Durchbruch kommen könnte, will er jedenfalls nicht abschätzen. Bei welchen Abschlusszahlen man vom Erfolg reden könnte, mag er auch nicht sagen. „Lassen Sie uns in einem Jahr noch einmal darüber reden“, sagt Priebe lediglich.

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