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JPMorgan Verluste

JPMorgan entlässt Investmentchefin Drew

Nach den spektakulären Handelsverlusten zieht JPMorgan personelle Konsequenzen: Die größte US-Bank trennt sich von Investmentchefin Ina Drew. Auch "Voldemort" muss seinen Posten räumen.

Allein in den vergangenen zwei Jahren verdiente Drew jeweils mehr als 15 Millionen Dollar. Ihr Nachfolger wird Matt Zames, der bisher zusammen mit Daniel Pinto das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren leitete, teilte JP Morgen am Montag mit.


JPMorgan hat einen Handelsverlust von bis zu drei Milliarden Dollar eingefahren. Durch den Skandal verlor die Bank 15 Milliarden Dollar an Marktwert. Das bislang als Musterknabe unter den amerikanischen Geldhäusern geltende Institut hatte von den Verlusten erstmals in einer eilends anberaumten Telefonkonferenz am Donnerstag mitgeteilt.

Pikanterweise häuften sich die Verluste ausgerechnet in Absicherungsgeschäften an, die eigentlich dazu dienen sollen, Einbußen im Handel zu begrenzen. Das von Drew geleitete „Chief Investment Office“ kann dabei selbst Gewinne oder Verluste einfahren - je nachdem, ob die Wetten im Derivatehandel aufgehen oder nicht.

JPMorgan räumt Fehler ein

JPMorgan-Chef Jamie Dimon räumte Fehler beim Umgang mit Handelsskandal ein. Das Unternehmen habe schlecht auf erste Warnsignale reagiert, dass es große Verluste im Derivatehandel gegeben habe, sagte Dimon in einem TV-Interview. Spekulationen zufolge könnten noch zwei weitere hochrangige Bankmanager JPMorgan verlassen.

Außerdem nimmt wohl auch Bruno Iksil seinen Hut. Iksil erlangte mit seinen risikoreichen Geschäften in der Szene den Spitznamen Voldemort, nach dem Bösewicht aus den weltberühmten Harry-Potter-Büchern. Für den nun eingefahrenen Verlust soll der französischstämmige Iksil angeblich der Hauptverantwortliche sein. (rtr)

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