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Last-Minute-Reisen

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Die Zahl der Last-Minute-Angebote sinkt. Reiseveranstalter setzen inzwischen verstärkt auf Frühbucherrabatte, die Reisende noch bis März ergattern können.

Die Deutschen buchen ihren Urlaub zunehmend früher. Diesen Trend beobachtet der Deutsche Reiseverband (DRV). Auch der Reiseveranstalter Tui erklärt, 2018 hätten gut 50 Prozent der Kunden ihre Reise fünf Monate oder länger im Voraus gebucht. Nach jetzigem Stand halte dieser Trend an. Zusammenhängen kann diese Entwicklung damit, dass die Reiseveranstalter bereits seit einigen Jahren verstärkt auf Frühbucheraktionen setzen. Wer bereits im November seinen Sommerurlaub bucht, kann von Rabatten von 30 bis 40 Prozent profitieren – vereinzelt fallen sie noch höher aus. Aber auch im Januar ist es noch nicht zu spät für Schnäppchen. Die Frühbuchersaison für die Sommermonate läuft noch bis März.

Last-Minute-Angebote hingegen werden seltener. „Lange Zeit war es so, dass Reiseveranstalter sich früh große Übernachtungskontingente sichern mussten. Der Nachkauf für den Fall, dass die Nachfrage kurzfristig anzog, war schwieriger als heute“, sagt Ellen Madeker, Sprecherin des DRV. Das führte dazu, dass Reiseveranstalter mit größeren Einkäufen auf Nummer sicher gegangen sind. Was übrig blieb, wurde zu kleinen Preisen rausgehauen – zu Last-Minute-Konditionen. „Heute gibt es ein viel größeres Angebot was Flüge oder Übernachtungskapazitäten betrifft“, sagt Madeker. „Auch verbesserte Buchungssysteme tragen dazu bei, dass Reiseveranstalter von vornherein besser kalkulieren können.“ Buchen Kunden früh, können Veranstalter die Kontingente zusätzlich besser planen und erhalten außerdem günstigere Konditionen von Fluggesellschaften und Hotelketten.

Frühbucher oder Last-Minute: Wo Verbraucher letzten Endes mehr sparen können, – ob bei Frühbucheraktionen oder Last-Minute-Rabatten – ist trotzdem nicht ausgemacht. „Auch Last-Minute-Angebote richten sich nach Angebot und Nachfrage“, sagt Bettina Kannwischer, Sprecherin von Thomas Cook. „Ziele, die sehr gut gebucht sind, können dann auch teurer sein.“ Abhängig ist der Preis stets vom jeweiligen Ziel, dem Reisezeitraum sowie der Nachfrage. Dafür gibt es für Last-Minute-Aktionen keine Fristen. Auch jetzt noch gibt es Angebote für den Skiurlaub. Wer kurzfristig bucht, muss aber mehr Kompromisse eingehen. Das Wunschhotel kann ausgebucht sein, die Flugzeit nicht mehr frei wählbar. Das gilt insbesondere in Ferienzeiten. Frühbucher hingegen profitieren von der vollen Auswahl der Hotels, der Abflughäfen und planbaren Zeiträumen, müssen aber Stornogebühren in Kauf nehmen, falls sich ihre Reisepläne  ändern.

Fristen und Rabatte: Viele Reiseveranstalter staffeln die Höhe der Frühbucherrabatte danach, wie lange der Reisezeitpunkt noch in der Zukunft liegt. Traditionell hat die Frühbuchersaison bereits im November begonnen. So gab es bei Thomas Cook bis zum 30. November bis zu 50 Prozent auf Hotelnächte in den Sommermonaten. Für einen Großteil der Angebote aber laufen die Angebote erst Ende Januar aus, eine weitere Frist ist dann Ende Februar. Auch der Münchener Reisekonzern FTI arbeitet mit drei Frühbucherstufen. Die letzte endet am 30. April. Tui setzt keinen bestimmten Stichtag. Die Höhe der Rabatte liegt bei höchstens 39 Prozent.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät bei allen Rabattangeboten genau auf den Leistungsumfang zu achten. Ist das Angebot nur günstiger, weil der Transfer vom Flughafen zum Hotel wegfällt? Oder die All-Inclusive-Verpflegung? Vergleichen lassen sich nur Angebote mit gleichen oder ähnlichen Leistungen.

Online oder offline buchen: Es macht zumindest keinen Unterschied, ob die Reise über ein Reisebüro um die Ecke, beim Veranstalter auf der Webseite oder am Last-Minute-Schalter am Flughafen gebucht wird. „Egal, wo Sie buchen, ein- und dieselbe Reise eines Veranstalters kostet überall gleich viel“, sagt Madeker vom DRV. Verschiedene Anbieter können aber natürlich über verschiedene Rabattkontingente verfügen. Demnach lohnt sich ein Vergleich trotzdem. Angebote aus dem Papierkatalog sind hingegen nicht immer die verlässlichste Variante. Darauf weisen die Verbraucherschützer aus NRW hin. Reiseveranstalter können die Preise nachträglich ändern, im Katalog werden sie nicht aktualisiert.

Die gefragtesten Länder: Das Vergleichsportal Check 24 hat die Frühbucherangebote, die auf dem eigenen Portal derzeit gelistet sind, verglichen. Das Ergebnis: Die günstigsten Reisen seien in diesem Jahr für Tunesien, Bulgarien, Ägypten und der Türkei angeboten worden. In welchen Ländern es in diesem Jahr generell viele Frühbucherrabatte gebe, könne man pauschal aber trotzdem nicht sagen, so Madeker vom Deutschen Reiseverband. „Das kann in einer Destination von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein.“

Viele günstige Kontingente konnten Reiseveranstalter in den letzten zwei Jahren aber tatsächlich in der Türkei kaufen. Das hat sich bereits auf den Nachfragemarkt ausgewirkt. Laut DRV ist für diesen Sommer nach einer ersten Trendauswertung die Türkei unter den meist gebuchten Destinationen und hat damit die Besucherflaute der vorvergangenen Jahre überwunden. Besonders Familien entschieden sich, ihren Urlaub dort zu verbringen. Außerdem gut gebucht sind bislang Spanien und Griechenland, wie auch die nordafrikanischen Länder Ägypten, Tunesien und Marokko.

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