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Zukunft

Amazon-Gründer Jeff Bezos tritt kürzer – Womöglich beschäftigt er sich jetzt mit einer Mondlandung

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Jeff Bezos hat Amazon gegründet und zu einem Giganten gemacht – nun tritt der Milliardär kürzer, um sich anderen Projekten zu widmen. Eines davon: die nächste Mondlandung der Nasa.

  • Amazon-Gründer Jeff Bezos tritt in seinem Unternehmen kürzer, um mehr Zeit für andere Projekte zu haben.
  • Eins seiner liebsten Projekte ist das Raumfahrt-Unternehmen „Blue Origin“ – in dem in den nächsten Monaten wichtige Dinge passieren.
  • Weltraumforschung, Raumfahrt und mehr auf unseren Themenseiten.

Seattle - Jeff Bezos ist einer der reichsten Menschen der Welt. Seinen Reichtum verdankt er Amazon, dem Unternehmen, das er 1994 gründete und das er noch bis ins dritte Quartal 2021 als Geschäftsführer leiten wird. Dann zieht sich Jeff Bezos in den Verwaltungsrat zurück, wie er am Dienstag (02.02.2021) nach Börsenschluss in den USA mitteilte. Hintergrund: Der Milliardär will sich – neben seiner weiteren Tätigkeit bei Amazon – mit anderen Projekten beschäftigen. Doch worum genau geht es? Welche Leidenschaft möchte ein Milliardär, der beruflich kürzer tritt, in Zukunft verfolgen?

Die Antwort dürfte vermutlich „Blue Origin“ heißen. Das Raumfahrtunternehmen gründete Jeff Bezos im Jahr 2000 – zwei Jahre, bevor Milliardär Elon Musk sein Raumfahrtunternehmen SpaceX gründete. Berichten zufolge widmet sich Bezos dem Unternehmen derzeit einen Tag in der Woche, die Geschäftsführung hat er dem Raumfahrt-Experten Bob Smith überlassen. Eine Milliarde US-Dollar aus dem Verkauf von Amazon-Aktien steckt Bezos pro Jahr in sein Raumfahrtunternehmen. 2018 erklärte er, „Blue Origin“ sei „die wichtigste Arbeit, die ich mache“.

Amazon-Chef Jeff Bezos stellt den Mondlander „Blue Moon“ von „Blue Origin“ vor.

Jeff Bezos steckt Geld aus Amazon-Aktien in seine Raumfahrt-Pläne

Häufig wird Bezos mit den Worten zitiert, er habe Amazon gegründet, um Geld zu verdienen, mit dem er sich in der Raumfahrt betätigen kann. Sein Ziel: Bezos und „Blue Origin“ wollen es Millionen Menschen ermöglichen, im Weltall zu leben und zu arbeiten – und so letztlich die Erde schützen.

Im Gegensatz zu Elon Musk, dessen Ziel ist, die Menschheit zu einer „multiplanetaren Spezies“ zu machen, ist es nicht das Anliegen von Jeff Bezos, die Erde hinter sich zu lassen, sondern Schwerindustrie und Energiegewinnung ins Weltall auszulagern – um die Erde für die Menschheit zu erhalten. „Wir wollen ins Weltall, um die Erde zu retten“, erklärte Bezos bei einer Veranstaltung 2016. „Ich mag die „Plan B“-Idee nicht, dass wir ins Weltall gehen, um einen Backup-Planeten zu haben“, so Bezos weiter. „Wir haben Sonden zu jedem Planeten in diesem Sonnensystem geschickt und glaubt mir, das ist der beste Planet.“

„Blue Origin“ von Jeff Bezos will für die Nasa Menschen zum Mond fliegen

Derzeit arbeitet „Blue Origin“ von Jeff Bezos an mehreren Projekten gleichzeitig: Einerseits wird die Rakete „New Shepard“ entwickelt. Sie flog erstmals 2015 über die 100-Kilometer-Grenze ins Weltall und landete danach wieder auf der Erde. Seitdem sind zahlreiche Flüge ohne Menschen an Bord durchgeführt worden. Die wiederverwendbare Rakete soll für suborbitalen Weltraumtourismus genutzt werden, auch Experimente in der Schwerelosigkeit sind damit möglich. Insgesamt können bis zu sechs Personen in der Kapsel Platz nehmen, ein Ticket soll mehrere hunderttausend US-Dollar kosten. Wie CNBC berichtet, soll im April 2021 der erste Testflug mit einer Crew an Bord der Rakete stattfinden.

Das zweite große Projekt, an dem Jeff Bezos‘ „Blue Origin“ arbeitet, ist eine Mondlandefähre, die im Rahmen der „Artemis“-Mission der US-Raumfahrtorganisation Nasa eines Tages wieder Menschen auf den Mond befördern soll. Gemeinsam mit „Blue Origin“ arbeiten gleich mehrere US-Unternehmen mit langer Raumfahrt-Tradition an diesem Projekt: Bezos hat Lockheed Martin, Northrop Grumman und Draper ins Boot geholt, Basis des Ganzen ist der Lander „Blue Moon“ von „Blue Origin“.

FirmennameBlue Origin
Gründung8. September 2000
GründerJeff Bezos
Anzahl Beschäftigte2500

Jeff Bezos‘ Raumfahrt-Unternehmen „Blue Origin“ konkurriert mit SpaceX von Elon Musk

Das Team von Jeff Bezos konkurriert mit SpaceX von Elon Musk und dem Unternehmen Dynetics um den lukrativen Nasa-Auftrag. SpaceX plant, das derzeit in Entwicklung befindliche „Starship“ ins Rennen zu schicken. Wer das Rennen macht, ist noch offen, da die Nasa noch im Übergang von der Amtszeit Donald Trumps zur Amtszeit von US-Präsident Joe Biden steckt. In den kommenden Monaten dürfte jedoch eine Entscheidung fallen.

Egal, wie die Entscheidung der Nasa ausfällt. In den kommenden Monaten werden bei „Blue Origin“ einige Weichen gestellt: Es könnten bald erste Weltraumtourist:innen mit der „New Shepard“-Rakete ins All starten. Womöglich muss eine Mondlandefähre gebaut und getestet werden, außerdem ist mit „New Glenn“ eine weitere Rakete in der Entwicklung. Viel zu tun für Jeff Bezos, wenn er sich bei Amazon aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat. (Tanja Banner)

Rubriklistenbild: © Patrick Semansky

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