Management

Jedi, Hasenfuß oder Wüterich

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Ein Manager-Jedi kämpft mit aller Macht für seine Organisation. Er weiß, dass er die unausweichlichen Negativ-Emotionen dafür managen muss.

Ich habe keine Angst.“ „Du wirst Angst haben. Du wirst Angst haben!“ Wer Star Wars kennt, kennt diesen Dialog zwischen Luke Skywalker und Yoda. Natürlich behält Yoda recht, aber am Ende rettet Luke die Galaxis. Angst ist nicht die einzige Killeremotion, die Manager-Jedis auf die dunkle Seite der Macht zieht. Zorn, Verzweiflung, Schuld und Scham sind weitere und noch längst nicht alle. Doch wie geht ein Jedi damit um?

Ein Manager-Jedi kämpft mit aller Macht für seine Organisation – über alle niederen Beweggründe hinweg. Er weiß, dass er die unausweichlichen Negativ-Emotionen dafür managen muss. Doch wenn das Lichtschwert zum Kampf erstrahlt, dominieren allzu leicht die dunklen Impulse, die ihn vom rechten Pfad abbringen.

Wer ihnen widerstehen will, muss seine negativen Gefühle in positive verwandeln. Wenn der Kollege nervt, weil er die Auswertung nicht hinbekommt, macht Zorn das Ergebnis nicht besser. Die Verzweiflung, deshalb im Aufsichtsrat ohne handfeste Zahlen dazustehen, blockiert die Lösung, statt ihr den Weg zu weisen. Ob Manager zu Jedis werden oder als Hasenfuß, Wüterich oder Neidbolzen enden, wird bestimmt durch ihr Vermögen, Killeremotionen souverän in Richtung Ergebnisorientierung zu drehen.

Wenn sie verzweifelt sind, wenden sie den Impuls in Kampfeswille. Verzweiflung ist nur aufs Scheitern fokussiert. Nach vorne gerichtet, erzeugt ihre Energie ein enormes Aufbäumen gegen die Niederlage. Aus Angst machen sie Mut: Statt zu kneifen, bieten sie der Gefahr siegreich die Stirn. Wenn Schuldgefühle Rechtfertigung verlangen, werden sie zur Neugier, wie es besser gelingt. Die Scham, etwas nicht erreicht zu haben, wandelt sich zum Stolz über das bisher Geleistete und macht diesen zum Motor für das, was noch fehlt. Und statt im Zorn Schuldige aufzuknüpfen, fokussiert der Jedi, wie alle gemeinsam besser werden.

Man muss übrigens nicht unbedingt Manager sein, um von dieser Methode zu profitieren. Fragen Sie immer, wenn es eng wird: Welches dunkle Gefühl plagt mich, und was ist sein Gegenpol? Und dann steuern sie die Herausforderung mit der GegenEmotion zum Erfolg.

Natürlich ist der Weg des Jedi mit Rückschlägen gepflastert. Aber nur so können Manager und wir alle Jedis werden. Denn wie sagt Yoda so treffend? „Am Ende sind Feiglinge die, die der dunklen Seite folgen.“

Der Autor ist Unternehmer sowie Veränderungsexperte.

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