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Krankenhäuser in Deutschland schreiben immer öfter rote Zahlen.
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Krankenhäuser in Deutschland schreiben immer öfter rote Zahlen.

Krankenhäuser

Jede zweite Klinik macht Verlust

  • Daniel Baumann
    VonDaniel Baumann
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Die Krankenhausgesellschaft fordert mehr Geld für ihre wirtschaftlich angeschlagenen Kliniken. Experten sind sich dagegen uneins über die tatsächliche Lage in Deutschlands Krankenhäusern.

Es ist fast wie eine Epidemie, die rasant um sich greift. Die Zahl der Krankenhäuser, die Verluste machen und sich um ihre wirtschaftliche Lage Sorgen machen müssen, ist im vergangenen Jahr zügig angestiegen. Nach Angaben des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), einer Brancheneinrichtung, hat 2012 jedes zweite Haus rote Zahlen geschrieben. Das wären mehr als 1000 Kliniken. Unter unabhängigen Experten ist umstritten, wie zutreffend dieses Studienergebnis ist.

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Alfred Dänzer, nutzte die Zahlen, um angesichts der laufenden Koalitionsverhandlungen mehr Geld für die stationäre Versorgung zu fordern: „Ohne verbesserte Rahmenbedingungen können die Krankenhäuser die zusätzlichen Belastungen nicht schultern.“ Er nannte den medizinischen Fortschritt, die älter werdende Gesellschaft und steigende Qualitätserwartungen. „Hier müssen die Koalitionsverhandler dringend noch mal ran“, so Dänzer. Union und SPD wollen die Kosten der Kliniken durch eine Fortentwicklung der Krankenhauspreise besser berücksichtigen. Sie wollen die Häuser aber auch zu Effizienz anhalten, wie aus ihrem vorläufigen Ergebnispapier zum Thema Gesundheit hervorgeht.

Von den Zahlen überrascht

Sebastian Krolop, Krankenhausexperte bei der Unternehmensberatung Accenture, hält es für realistisch, dass jedes zweite Krankenhaus Verluste macht. In einer eigenen Studie kam er zwar auf etwas niedrigere Werte, dort wurden die großen Kliniken, die meist profitabler sind, aber stärker gewichtet. Volker Penter, Experte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, ist dagegen von den Zahlen überrascht. „Defizitäre Krankenhäuser haben wir zu viele, das ist richtig“, sagt er zwar. Nach seinen Analysen hatte allerdings noch 2011 erst jede vierte öffentliche Klinik einen Verlust verzeichnet, von den freigemeinnützigen war es etwa jede fünfte und von den privaten etwa jede zehnte. „Insofern überraschen mich die heute vorgestellten Zahlen, da sie deutlich höher liegen.“

Die Krankenhäuser kämpfen damit, dass die Kosten schneller steigen als die Einnahmen. Nach Angaben von Penter sind die Einnahmen seit 2005 um 24 Prozent gestiegen, die Ausgaben um 28 Prozent. Zudem erfüllen viele Bundesländer ihre Pflichten bei der Investitionsfinanzierung seit vielen Jahren nicht mehr. „Im Ergebnis sind viele Krankenhäuser dabei, sich andere Geldgeber zu suchen. Die wollen Zinsen oder Dividenden“, so Penter. „Seit 2006 haben sich die von deutschen Krankenhäusern gezahlten Zinsen etwa verdoppelt. Eine sehr ungesunde Entwicklung.“

Für 2014 ist eine zusätzliche Finanzspritze für die Kliniken von einer Milliarde Euro beschlossen.

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