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Das Jammern hat ein Ende

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Von: Tim Szent-Ivanyi

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Ärztefunktionäre räumen ein, dass auch sie Schuld haben am zunehmenden Mangel von Jungmedizinern.
Ärztefunktionäre räumen ein, dass auch sie Schuld haben am zunehmenden Mangel von Jungmedizinern. © dpa/Symbolbild

Ärztefunktionäre räumen eine Mitschuld am problem, genügend Mediziner-Nachwuchs zu finden, ein.

Jahrelang stand eines ganz oben auf der Agenda von Ärzten und deren Organisationen: Jammern. Jammern über eine zu niedrige Bezahlung, Jammern über schlechte Arbeitsbedingungen, Jammern über den Kostendruck der Kassen und hohe wirtschaftliche Risiken. Später gesellte sich dann auch noch das Jammern über den Ärztemangel hinzu. Und immer war die Politik schuld an der Misere.

Dass das Problem des fehlende Nachwuchs aber mit dem selbst betriebenen Schlechtreden eines ganzen Berufsstandes zu tun hat, darauf kam in der Ärzteschaft lange niemand. Doch das ändert sich nun, wenn auch langsam. Den Anfang machten am Dienstag die Kassenärzte. „Wir müssen uns auch an die eigene Nase fassen“, räumte der neue Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, ein.

„Es hilft nicht gerade, den Nachwuchs für einen Beruf zu begeistern, wenn dieser immer wieder schlechtgeredet wird“, sagte Gassen. Daran seien auch Vertreter der Ärzte selbst beteiligt gewesen, so der KBV-Chef bei der Vorstellung einer neuen Plakatkampagne der KBV, mit der junge Ärzte für das Betreiben einer eigenen Praxis motiviert werden sollen. „Wir jammern nicht, sondern kümmern uns selbst um den ärztlichen Nachwuchs, kündigte der KBV-Vorsitzende an.

Gerhard Nordmann von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe nutzte den Kampagnenstart dann auch gleich für einige Richtigstellungen: So sei die Vergütung der niedergelassenen Ärzte auskömmlich, schließlich seien beispielsweise im vergangenen Jahr in seinem Bezirk von 12 500 niedergelassenen Ärzten nur sechs in die Insolvenz gegangen. Auch die Hausärzte hätten bei der Bezahlung aufgeholt und würden nicht mehr schlechter bezahlt als zum Beispiel Fachärzte: „Das ist eine Mär“, sagte er. Zudem spielten die bei den Ärzten gefürchteten Rückforderungen der Kassen beim Überschreiten bestimmter Richtgrößen keine Rolle mehr.

Wie wichtig die Gewinnung von Nachwuchs ist, machte KBV-Chef Gassen nochmals deutlich. Nach seinen Worten ist in den nächsten Jahren mit einer „Ruhestandswelle“ zu rechnen. Bis 2021 würden etwa 51 000 Mediziner ihre Praxen aufgeben.

Um mehr junge Ärzte für die Niederlassung, also für die eigene Praxis, zu begeistern, schlägt die KBV eine Änderung der medizinischen Aus- und Fortbildung vor. Sie ist heute auf die Krankenhäuser konzentriert, so dass die große Mehrheit der jungen Ärzte nach dem Ende der Ausbildung tatsächlich in einer Klinik bleibt. Die KBV will erreichen, dass mehr Medizinabsolventen ihre Weiterbildung zum Facharzt in Praxen machen.

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