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Naher Osten

Iran: Massiver Cyberangriff legt flächendeckend Tankstellen lahm

  • VonLukas Zigo
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Nahe dem Jahrestag der Treibstoff-Demonstrationen im Iran haben mutmaßlich Hacker das Treibstoff-Verteilungssystem des Landes lahmgelegt.

Teheran – Ein groß angelegter Cyberangriff legte am Dienstag (26.10.2021) das Treibstoff-Verteilungssystem im Iran lahm und sorgte für lange Schlangen vor Tankstellen im ganzen Land. Das Staatsfernsehen sowie ein dem Verteidigungsministerium nahestehendes Medium berichten, dass die Herkunft des Angriffs noch untersucht wird.

Tausende von Tankstellen gingen ab Mittag von Netz, doch die Ursache als Cyberangriff wurde erst später am Tag bestätigt. Einige Stunden später starteten einige Tankstellen landesweit ihren Betrieb, jedoch offline und zum offenen Tarif, der doppelt so hoch ist wie der subventionierte Tarif, der durch rationierte „Smart-Tankkarten“ angeboten wird.

Iran: Tankstellen bald wieder in vollem Betrieb

Von offizieller Stelle ist zu hören, die Tankstellen sollen bald wieder online sein. Hassan Firouzabadi, Staatssekretär des obersten Rates für Cyberspace des Iran, sagte am Mittwoch gegenüber dem Staatsfernsehen, dass der Angriff „höchstwahrscheinlich“ von einem anderen Staat ausging, es sei jedoch zu früh um diesen zu benennen.

Ebrahim Raisi (2.v.r) Präsident des Iran verurteilt den Angriff auf das Zahlungssystem des Tankstellennetzes im Iran scharf.

Zuletzt war der Iran Ziel einiger hochkarätiger Sabotage-Angriffe geworden, zwei dieser wurde Israel beschuldigt. Davon richtete sich ein Angriff auf eine Uran-Anreicherungsanlage des Iran. Der Angriff ereignete sich kurz vor dem zweijährigen Jubiläum der landesweiten Treibstoff-Preis-Proteste 2019. Damals hatten sich die Sprit-Preise über Nacht nahezu verdreifacht, was Proteste hervorrief, welche Amnesty International zufolge mehr als 300 Tote forderten.

Iran schaltete während Protesten das Internet über Wochen aus

Während den Protesten schaltete die iranische Regierung das Internet für fast eine Woche aus. Regionen, in denen der Protest länger andauerte, erlebten Wochen voller Internet-Unterbrechungen.

In den sozialen Medien kursierten Videos langer Schlangen vor Tankstellen, welche außer Betrieb sind. Einige zeigten auch, dass digitale Stadtmonitore gehackt wurden und Meldungen wie „Khamenei, wo ist unser Benzin?“ gerichtet an den obersten Führer des Landes wiedergaben. Lokale Beamte bestritten, dass die Monitore gehackt wurden. Al Jazeera konnte den Wahrheitsgehalt der Videos nicht unabhängig bestätigen.

Die ISNA-Nachrichtenwebsite mit Verbindungen zur Regierung veröffentlichte eine Geschichte, in der es hieß, dass die Benzinverteilungssysteme sowie Stadtmonitore gehackt wurden, sagte später jedoch, ihre Website sei selbst Opfer eines Hackerangriffs geworden. Das Ziel der Hacker sei gewesen, die Geschichte zu veröffentlichen. (Lukas Zigo)

Rubriklistenbild: © Arman/dpa

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