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Wer Arbeit abgeben will, könnte mit Investmentfonds Geld verdienen.

Geldanlage in Fonds

Fonds für jeden Bedarf

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Wer Arbeit abgeben und Risiko streuen will, für den könnten Investmentfonds richtig sein

  • Investmentfonds werden von Finanzmarktprofis entworfen und gepflegt
  • Der Käufer muss nur entscheiden, wo er sein Geld anlegen will und mit welchem Risiko
  • Was es beim Thema Investmentfonds zu beachten gibt

Warum sich selbst um die Geldgeschäfte kümmern, wenn es Menschen gibt, die davon viel mehr verstehen? Wer diese Haltung hat, ist potenzieller Kunde von Investmentfonds. Diese Geldanlageprodukte werden von Finanzmarktprofis entworfen und gepflegt. Der Käufer muss nur entscheiden, in welchem Bereich er sein Geld anlegen will, zum Beispiel in welchem Land, in welcher Branche oder mit welchem Risiko. Doch es gibt einiges zu beachten. Die FR erklärt, wo Kunden aufpassen müssen.

Investmentfonds: Fondsmanager entscheidet über Zusammensetzung des Fonds

Eine Fonds- oder Kapitalanlagegesellschaft legt den Fonds auf, wie es in der Fachsprache heißt. Das bedeutet, der Fondsmanager entscheidet über die Zusammensetzung des Fonds. Der Fonds DWS Deutschland investiert zum Beispiel in Dax-Unternehmen. Europa, USA, die Welt – Fonds, die Geld in Unternehmen aus bestimmten Regionen anlegen, sind ebenfalls beliebt. Auch Fonds mit nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen oder mit Immobilien oder Rentenpapieren werden angeboten. Die Anleger kaufen Anteile an den Fonds, einmalig oder als Sparplan. Der Fondsmanager legt das Geld für sie an.

Risiko von Fonds ist geringer als das Risiko von Einzelwerten

Das Risiko von Fonds wird im Allgemeinen als geringer eingeschätzt, als das Risiko von Einzelwerten. Gute Fondsmanager stellen das Portfolio so zusammen, dass Verluste bei Einzelposten aufgefangen werden. Statt selbst die Kurse zu verfolgen, wird das dem Fondsmanager überlassen. Und man kann dort mitspielen, wo sonst nur finanzstarke Anleger unterwegs sind. Außerdem können Anleger schon mit kleinen Beträgen einsteigen. Ein Anteil am DWS Deutschland kostet zurzeit rund 200 Euro. In einen Sparplan können Investoren schon mit kleineren Beträgen, etwa ab 25 Euro, einsteigen.

Orientierung bei Fonds bieten Risikoklassen

Um den Anlegern eine Orientierung bei Fonds zu geben, gibt es Risikoklassen. Das geringste Risiko haben Produkte der Risikoklasse 1. Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen zählen dazu Bausparverträge, Pfandbriefe und europäische Geldmarktfonds. Aktienfonds mit europäischen Standardwerten, internationale Renten-, Aktien- und Mischfonds gehören in Klasse 3. In der Klasse 5 sind Risikofreudige zu Hause. Hochspekulative Anleihen, ausländische Aktien-Nebenwerte oder Optionsscheine werden als Geldanlagen der Risikoklasse 5 verkauft.

Ausgabeaufschlag für viele Fonds

Der Verkäufer des Fonds (Bank oder Fondsgesellschaft) verlangt für viele Fonds fünf Prozent Ausgabeaufschlag. Das heißt, wer fünf Anteile DWS Deutschland für zurzeit etwa 1000 Euro kauft, muss davon rund 50 Euro Ausgabeaufschlag zahlen. Bei Rentenfonds werden drei Prozent Ausgabeaufschlag erhoben, bei offenen Immobilienfonds oder Mischfonds vier oder fünf Prozent. Ausgabeaufschläge sind nicht zwingend – wer gut mit dem Geldberater verhandelt, kann sie reduzieren oder ganz aufheben.

Verwaltungsgebühren für Fonds liegen zwischen ein und 2,5 Prozent

Die Anbieter von Fonds möchten ihre Arbeit auch bezahlt haben. Die Verwaltungsgebühren können zwischen ein und 2,5 Prozent liegen. Anleger sollten in den Fondsinformationen nachschauen. Günstiger sind Indexfonds (ETFs): Die Verwaltungskosten betragen hier nur 0,15 bis 0,3 Prozent. Der Grund: Sie werden nicht von einem Fondsmanager betreut, sondern bilden lediglich einen Aktienindex wie den Dax ab.

Erfolgsabhängige Gebühren für Fonds

Sogenannte Performance Fees bescheren den Fondsmanagern zusätzliche Einnahmen. Das soll sie motivieren, erklären die Fondsgesellschaften. Stiftung Warentest hat untersucht, ob das Extrageld sich positiv auf die Performance auswirkt und verneint das. Die Gebühren werden monats-, quartalsweise oder jährlich abgebucht. Anleger sollten im Kleingedruckten unter den „wesentlichen Anlegergebühren“ nachschauen, ob erfolgsabhängige Gebühren erhoben werden.

Depotgebühren für Fonds

Um einen Fonds zu erwerben, benötigt der Anleger ein Aktiendepot. Dabei handelt es sich um ein Konto für Geldmarktpapiere. Die Banken und Sparkassen bieten Depots an. Viele Kunden eröffnen es deshalb bei ihrer Hausbank. Die Gebühren können erheblich sein. Online gibt es viele Angebote von Depots, die günstiger oder sogar kostenlos sind. Die Gebührenstrukturen sind unterschiedlich – prozentual zum Depotwert oder als Kosten per Order.

Ausschüttende Fonds

Aktienfonds können Dividenden ausschütten, oder sie wieder anlegen. Ausschüttende Fonds geben Unternehmensgewinne einmal im Jahr an die Anleger weiter – ein schönes Zubrot für den Anleger. Im zweiten Fall spricht man von thesaurierenden Fonds. Diese Fonds haben den Vorteil, dass sie langfristig mehr Vermögen anhäufen. Man spricht von einem sogenannten Zinseszinseffekt, denn das reinvestierte Geld wird ja im nächsten Jahr erneut verzinst, wenn es gut läuft.

Steuern auf Fondserträge

Vor zwei Jahren hat der Gesetzgeber die Steuern auf Fondserträge neu geregelt. Deutsche Fonds zahlen nun auf Erträge 15 Prozent Körperschaftssteuer. Sparer bekommen zum Ausgleich Freistellungen von der Abgeltungssteuer. Ausländische und inländische Fonds wurden dadurch nahezu gleichgestellt. Fonds werden jetzt grundsätzlich jährlich über die Stelle besteuert, die das Depot führt. Die Anleger werden dadurch entlastet. Vor 2009 gekaufte Anteile haben ihre Steuerfreiheit verloren.

Definition: Offene und geschlossene Fonds

Offene Fondssind Fonds, an denen sich unbegrenzt viele Anleger beteiligen können. Das Fondsvolumen kann in die Milliarden gehen. Auch die Laufzeit ist offen.

Geschlossene Fondshaben eine finanzielle Begrenzung. Wenn diese erreicht ist, ist ein Einstieg nicht mehr möglich. Es sind in der Regel unternehmerische Beteiligungen, bei denen ein Verkauf während der Laufzeit kaum möglich ist. Schiffsfonds, Windkraftanlagen oder Medienfonds (Filme) sind Beispiele für geschlossene Fonds. Der Anleger geht bei ihnen ein hohes Risiko ein. Scheitert das Unternehmen, verliert er seine Anteile.

Das Kapitalanlagegesetz (KAGB) will Anleger seit 2013 besser schützen. So wurden beispielsweise strenge Vorgaben an die Sicherung der Liquidität und den Bewertungsvorgang von Fonds eingeführt.

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