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Der EFSI unterstützt sowohl Infrastruktur- und Innovationsprojekte als auch KMU.
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Der EFSI unterstützt sowohl Infrastruktur- und Innovationsprojekte als auch KMU.

Juncker-Fonds

Investitions-Offensive wirkt

  • Thorsten Knuf
    VonThorsten Knuf
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Bislang in Deutschland 30 Projekte aus Mitteln des Juncker-Fonds abgesichert.

Die Investitions-Offensive der Europäischen Union macht sich nun auch in Deutschland verstärkt bemerkbar. Aus den Mitteln des sogenannten Juncker-Fonds hat die Europäische Investitionsbank (EIB) hierzulande bislang 30 Projekte abgesichert. Das Finanzierungsvolumen liege bei 2,5 Milliarden Euro, insgesamt seien auf diese Weise bisher Investitionen in Höhe von knapp zehn Milliarden Euro angeschoben worden, sagte EIB-Präsident Werner Hoyer im Gespräch mit dieser Zeitung.

Jüngstes Beispiel: Erst kurz vor Weihnachten hatte die EU-Bank dem Bremer Raumfahrttechnologie-Spezialisten OHB einen Kredit in Höhe von 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, der vom Juncker-Fonds abgesichert wird. OHB will damit in den kommenden Jahren eine neuartige Satelliten-Plattform entwickeln. „So etwas wird von privaten Banken nicht komplett finanziert, vor allem bei den längeren Laufzeiten machen die privaten Geldgeber nicht mit“, sagte Hoyer.

Im Frühjahr wiederum hatte die EIB dem Maschinenbaukonzern Heidelberger Druck ein abgesichertes Darlehen in Höhe von 100 Millionen Euro bewilligt, mit dem die Digitalisierung vorangetrieben werden soll. Das Unternehmen stand vor einigen Jahren vor der Insolvenz, die Geschäftsbanken sind bei der Kreditvergabe immer noch zögerlich.

Der Juncker-Fonds gehört zu den zentralen Vorhaben der amtierenden EU-Kommission unter deren Chef Jean-Claude Juncker. Ziel ist es, die riesige Investitionslücke in Europa zu schließen, die Wirtschaft auf dem gesamten Kontinent anzukurbeln und damit auch wieder mehr Menschen in Arbeit zu bringen.

Der offizielle Name lautet „Europäischer Fonds für Strategische Investitionen“, kurz EFSI. Genau genommen handelt es sich aber gar nicht um einen Fonds, sondern um ein System zur Absicherung von Krediten. Die Europäische Investitionsbank, der die Ausführung obliegt, hat 21 Milliarden Euro dafür zur Verfügung. Indem die EIB bei den Projekten private Kapitalgeber ins Boot holt und deren Risiko vermindert, sollen bis 2018 europaweit insgesamt Investitionen in Höhe von 315 Milliarden Euro mobilisiert werden.

EIB-Chef Hoyer sagte, nach gut eineinhalb Jahren sei bereits mehr als die Hälfte dieses Ziels erreicht worden. Kommissionspräsident Juncker will die Garantiesumme erhöhen und das Investitionsvolumen auf 500 Milliarden bis 2020 aufstocken.

Hoyer sagte im Gespräch mit dieser Zeitung: „Liquidität ist genügend da. Das Problem ist die mangelnde Risikotragfähigkeit vieler Investoren und insbesondere zahlreicher Banken.“ Hier setze der Juncker-Fonds an. Insgesamt gebe es in Europa immer noch ein erhebliches Investitionsdefizit. Die Investitionen lägen noch immer deutlich unter dem Vorkrisen-Niveau. Die Lücke in der gesamten EU betrage jährlich mehrere hundert Milliarden Euro – vor allem in den Bereichen moderne Infrastruktur und Innovationen. „Das bremst die Konjunktur, schmälert das Produktivitätswachstum und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Hoyer.

Die größte Investitionslücke gibt es in Südeuropa. In Deutschland sei sie eher klein, betonte der EIB-Präsident – weshalb die Bundesrepublik beim Juncker-Fonds auch nicht das Kerngebiet sei. Insgesamt hat die EU im Rahmen ihrer Investitionsoffensive bis Mitte Dezember 420 Projekte mit einem Finanzierungsvolumen von mehr als 30 Milliarden Euro bewilligt. Auf diese Weise sollen Investitionen in Höhe von rund 164 Milliarden Euro ausgelöst werden.

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