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Ab welchem Alter sollten Kinder Smartphones besitzen?
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Ab welchem Alter sollten Kinder Smartphones besitzen?

Internet

Internet: Wie Kinder sicher surfen

  • Sophie Vorgrimler
    VonSophie Vorgrimler
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Das erste Smartphone ist für viele Minderjährige ein großer Schritt in die Unabhängigkeit. Aber ab welchem Alter macht ein Handy Sinn und worauf sollten Eltern achten?

Der Schrecken aller Eltern heißt Squid Game – eine Netflix-Serie, die sich aufgrund ihrer Brutalität schnell herumgesprochen hat. Und das auch unter Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren. Doch die gute, alte Mund-zu-Mund-Propaganda war es nicht, die der Serie in nur vier Wochen 142 Millionen Klicks beschert hat – die meisten wurden durch kurze Clips im Internet, in Online-Netzwerken oder Gruppen-Chats auf die Serie aufmerksam.

Aber wie kann man beeinflussen, auf was die Kinder im Internet Zugriff haben und was zu deren Medienkompetenz beiträgt? Das werden sich demnächst einige Eltern fragen, wenn sie das von den Kindern ungeduldig ersehnte Geschenk unter den Weihnachtsbaum legen: Das erste Smartphone.

Wie man das erste Smartphone kindersicher einrichtet, weiß Michaela Weiß von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Kinder und Jugendliche zu lange vor den Tücken des Smartphones beschützen zu wollen, sei kontraproduktiv, sagt Weiß. Ausprobieren unterstütze auch die Entwicklung einer eigenen Medienkompetenz. Deshalb empfiehlt Weiß, Kinder ab zehn Jahren schon mit der Nutzung eines Smartphones vertraut zu machen, zum Beispiel im Beisein der Eltern an deren Gerät. Für den Übergang sei es auch möglich, dem Kind das Handy nur für einige Stunden am Tag zu geben oder es zumindest über Nacht zu sich zu nehmen.

Kinder im Internet: Früh mit Smartphone vertraut machen

„Mit 13 und 14 haben Jugendliche meist schon die nötige Reife, die Dinge erfassen und einschätzen zu können, die sie da sehen“, sagt Weiß. Trotzdem sollte die Reife ihres Kindes individuell beurteilt werden. Ob Verantwortungsbewusstsein vorhanden ist, zeige sich zum Beispiel im Umgang mit anderen Geräten im Haushalt. Auch wichtig: Wie groß ist das Vertrauen in das Kind, dass es Grenzen kennt und einhält?

Nur weil ein Kind weiß, dass es bestimmte Inhalte finden kann, heißt es nicht, dass es diese im Internet sucht oder sie konsumiert – aber es lässt sich kaum verhindern, dass es in Chats mit Klassenkameradinnen, Freunden und Bekannten auf sensible Inhalte stößt. Dann kommt es auf die Medienkompetenz an. Es gebe auch Kurse zum Beispiel an Volkshochschulen, in denen Erwachsene und Kinder in Medienkompetenz geschult werden, sagt Michaela Weiß. „Doch Aufklärung und Abmachungen mit einer persönlichen Bezugsperson sind effektiver.“

Smartphones und Kinder: Vertrauen ist gut, Kontrolle manchmal auch

Vertrauen ist gut, aber gerade bei Minderjährigen kann Kontrolle nicht schaden. Deshalb gibt es auch einige technische Voreinstellungen, die dem Jugendschutz dienlich sind. Die Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale empfiehlt Eltern, den Jugendlichen ein Handy mit Prepaid-Guthaben und begrenztem Daten-Volumen zu geben und keinen Vertrag abzuschließen.

Kinder mit Smartphone.

Damit keine unerwarteten Rechnungen im Briefkasten landen oder überraschend Lieferboten klingeln, weil Kinder in Abofallen geraten sind oder heimlich Einkäufe getätigt haben, sollte beim Mobilfunkanbieter eine sogenannte Drittanbietersperre eingerichtet werden. So wird zum Beispiel keine Werbung für kostenpflichtige Spiele angezeigt. Außerdem lassen sich in den Einstellungen In-App-Käufe mit einem Passwort sichern.

Kindersicherung für das Handy

Was sich nicht zurückschicken lässt, sind Bilder oder Videos, die nicht für die Augen von Minderjährigen bestimmt sind. Um dem vorzubeugen, lässt sich eine Kindersicherung für den Router einstellen. Wird ein verbundenes Gerät ausgewählt, kann der Zugriff von diesem auf die Internetverbindung mit dem Router für zeitliche Intervalle – zum Beispiel in der Nacht - blockiert werden.

Dort kann auch eine „Whitelist“ für Internetseiten freigegeben werden, die wie die Kinder-Suchmaschine „Frag Finn“ auf Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren zugeschnitten ist. Weiß rät aber eher davon ab, den Kindern lediglich ein Kinder-Browser zu installieren. „Damit kommt man oft nicht weit, dort gibt es nur sehr wenige Seiten zu entdecken“, sagt die Expertin. Schon viele Musikvideos seien dort gesperrt. „Wenn man seinen Kindern nur so wenig zutraut, sollte man sich fragen, ob sie nicht doch noch zu jung für ein eigenes Smartphone sind.“

Webseiten auf einer „Blacklist“

Es kann für den Router aber auch eine „Blacklist“ einzelner Webseiten hinzugefügt werden. Eine offizielle Sammlung von Ü18-Webseiten gibt es nicht, im Internet lassen sich aber Listen von Seiten finden, die etwa Gewalt oder Pornografie zeigen. Aber Vorsicht: Die Routereinstellungen lassen sich durch das Mobile Datenvolumen der Sim-Karte umgehen.

Nützlich sind automatische Filter wie der „Google Safe Search“, sie lassen sich direkt für Suchmaschinen und Browser einstellen. Im Browser – also Google Chrome oder Firefox, Internetexplorer oder Safari – ist auch die Chronik der besuchten Webseiten gespeichert, dort lässt sich vom jeweiligen Gerät aus nachsehen, welche Webseiten das Kind besucht hat. Dabei müsse man sich fragen, ob es nicht ein zu tiefer Eingriff in die Privatsphäre des Jugendlichen ist, findet Weiß. Das Internet bietet ja durchaus auch hilfreiche Antworten auf Fragen, die Jugendliche ungern mit ihren Eltern teilen wollen.

Mit dem Smartphone das Kind orten

Die App „Google Family Link“ bietet Eltern noch mehr Einblicke: Dort ist es nicht nur möglich, sich den Aufenthaltsort des Kindes - beziehungsweise des Smartphones - anzeigen zu lassen, sondern auch über die Aktivierung und Nutzungsdauer einzelner Apps lässt sich bestimmen. Es können Zeitvorgaben gemacht werden, Eltern können freigeben, ob das Kind eine App herunterladen darf - und sie können das Handy des Kindes vorübergehend sperren.

Michaela Weiß empfiehlt, dass Eltern und Kind einen gemeinsamen „Mediennutzungsvertrag“ aufsetzen: Digitale Formulare gibt es unter anderem auf mediennutzungsvertrag.de. „Eine spaßige und wertschätzende Herangehensweise“, findet die Expertin der Verbraucherzentrale. Der Vertrag kann individuell zusammengestellt werden, unterschreiben müssen beide Parteien – denn auch Kinder stören sich manchmal daran, wenn Eltern zu viel am Handy hängen und nicht zuhören.

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