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Manche nutzen Social Media als digitale Visitenkarte.
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Manche nutzen Social Media als digitale Visitenkarte.

Studie

Instagram und Tiktok: Unternehmen als Influencer

  • Steffen Herrmann
    VonSteffen Herrmann
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Mit sozialen Medien können kleine und mittlere Unternehmen laut einer Studie mehr Geld verdienen. Noch sind viele Betriebe aber offline.

Heftige Drums, zwei tanzende Frauen und neben dem Video die Botschaft: „Startet alle gut in die neue Woche!“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zahnarztpraxis Münich im mittelfränkischen Leutershausen sind Influencer: Mehr als 80 000 Menschen folgen ihnen auf Tiktok, knapp 2000 sind es auf Instagram. Der Kopf hinter dem Erfolg ist Nicole Korbacher. Die Medizinmanagerin ist für das Marketing der Praxis zuständig. Und das, sagt sie, finde nur noch online statt: auf Instagram und Tiktok, über Google und die eigene Webseite.

Damit ist das Praxisteam aus Leutershausen Teil einer wachsenden Gruppe von Anwältinnen, Ärzten und Handwerkerinnen, die in den sozialen Netzwerken aktiv sind. Das ist kein Zufall: Instagram, Tiktok und Youtube werden immer wichtiger für den Geschäftserfolg von Selbstständigen, kleinen und mittleren Unternehmen.

Das ist auch das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa, das der Frankfurter Rundschau exklusiv vorliegt. Demnach sagen sechs von zehn Betrieben, die Accounts auf sozialen Plattformen haben, dass die Präsenz auf Instagram, Tiktok und Co das Geschäftsergebnis verbessert. Befragt hatten die Forsa-Fachleute im Auftrag des Branchenverzeichnisses Gelbe Seiten rund 300 kleine und mittelständische Unternehmen sowie 1000 Internetnutzer:innen. Dazu gehörten Betriebe aus dem Garten- und Landschaftsbau, aus dem Friseurhandwerk, aber auch Rechtsanwält:innen, Ärzt:innen und Psychotherapheut:innen.

Von diesen Unternehmen haben viele allerdings noch Nachholbedarf: Knapp zwei Drittel der befragten Betriebe gaben an, soziale Medien nicht zu nutzen. Davon sagten wiederum 86 Prozent, sie wollten auch in Zukunft auf die digitale Vernetzung verzichten.

Eine Berufsgruppe ist besonders skeptisch: Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. 92 Prozent gaben an, keinen eigenen Account zu haben. Dagegen verzichtet nur etwa ein Drittel aller Friseur:innen auf ein eigenes Social-Media-Profil.

Und warum bleiben die Unternehmen offline? Die meisten Abstinenzler gaben an, keine Kapazitäten für die Betreuung der Social-Media-Kanäle zu haben (41 Prozent). Auch fehlendes Wissen (24 Prozent) und hohe Kosten (14 Prozent) schreckten die Betriebe ab.

Für alle, die den Weg auf Instagram oder Facebook gefunden haben, werden die sozialen Medien allerdings immer wichtiger. Denn: Für das Gewinnen neuer und das Betreuen alter Kundinnen und Kunden können soziale Netzwerke wichtig sein. Die Rolle sozialer Medien zur Kommunikation mit Kunden dürfe nicht mehr unterschätzt werden, sagt Dirk Schulte, Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft. Zwar bedürfe es am Anfang einiger Investitionen, um sich professionell auf Instagram, Youtube oder Tiktok zu präsentieren. „Aber dieser Einsatz zahlt sich aus.“

Das hat auch Nicole Korbacher gemerkt. Seit 2019 betreut sie die Instagram- und Tiktok-Kanäle der Praxis. „Für mich ist diese Art des Marketings nicht mehr wegzudenken“, sagt die Medizinmanagerin. Potenzielle Patient:innen könnten sich vorab über die Praxis informieren und unkompliziert Fragen stellen. Auch für die Praxis seien die sozialen Medien hilfreich: „Ich selbst kann mittels Umfragen und Call to Act in Storys und Beiträgen herausfinden, was Patienten wichtig ist und welche Dinge gut ankommen“, sagt Korbacher. Auch sie selbst, sagt Korbacher, würde sich nicht mehr für Unternehmen ohne Facebook, Instagram oder Webseite entscheiden.

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