4 Jahre nach der Pleite

Insolvenzverwalter sucht immer noch nach Middelhoff-Millionen

Seit März 2015 ist Insolvenzverwalter Thorsten Fuest mit der Aufarbeitung der Pleite des ehemaligen Topmanagers Thomas Middelhoff beschäftigt - und noch immer auf der Suche nach Geld für die Gläubiger.

Mehr als vier Jahre nach der Privatinsolvenz des früheren Topmanagers Thomas Middelhoff ist Insolvenzverwalter Thorsten Fuest immer noch auf der Suche nach Geld für die Gläubiger. Vor dem Düsseldorfer Landgericht verlangte Fuest deshalb am Montag von einem Sohn des Managers eine eidesstattliche Erklärung zu Gesprächen, die er 2014 mit Geschäftspartnern seines Vaters in den USA geführt hatte. Zu dieser Zeit saß Middelhoff in Untersuchungshaft. Der Sohn habe dem Insolvenzverwalter zwar Auskunft über die Gespräche gegeben. Doch habe man Zweifel, dass er „alles gesagt hat, was er weiß“, begründete ein Rechtsanwalt des Insolvenzverwalters die Forderung.

Ein Rechtsanwalt des Middelhoff-Sohnes lehnte die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung aber ab. Der Sohn habe die Fragen des Insolvenzverwalters beantwortet, deshalb gebe es keine Notwendigkeit für einen solchen Schritt. Das Gericht will am 18. November entscheiden, ob er die Erklärung abgeben muss oder nicht.

Der Insolvenzverwalter ist seit März 2015 mit dem Aufarbeitung der Middelhoff-Pleite beschäftigt. Nach Angaben seines Sprechers hat er seitdem mehr als 10 Millionen Euro eingesammelt, die den Gläubigern zugute kommen sollen. Dieser Summe stünden allerdings anerkannte Forderungen in Höhe von 80 Millionen Euro gegenüber. Insgesamt seien sogar Forderungen von mehr als 400 Millionen Euro geltend gemacht worden. Für Middelhoff ist inzwischen ein Ende des Verfahrens in Sicht. Die Restschuldbefreiung trete voraussichtlich Anfang Juli kommenden Jahres in Kraft, sagte der Sprecher.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Staatsanwaltschaft Bielefeld zudem ein Ermittlungsverfahren gegen Thomas Middelhoff wegen des Verdachts des Bankrotts eingestellt. Es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht, dass der 66-Jährige vor seiner Privatinsolvenz Millionen verschoben und so den Gläubigern entzogen habe, entschied die Anklagebehörde. (dpa)

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