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Inflationsprämie: Bis zu 3.000 Euro vom Arbeitgeber - wieso kaum jemand daran glaubt

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Von: Patricia Huber

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Das dritte Entlastungspaket sieht auch eine Inflationsprämie vor. Doch viele Beschäftigten bezweifeln, dass es zu einer Auszahlung kommt.

Berlin – Aufgrund der anhaltend hohen Lebenshaltungskosten haben die Ampel-Parteien das nächste Entlastungspaket geschnürt. Damit soll den Bürgern finanziell unter die Arme gegriffen und die hohe Inflation abgedämpft werden. In dem 3. Paket enthalten sind unter anderem eine Energiepauschale für Rentner, Studenten und Auszubildende, eine Erhöhung des Kindergelds und eine Strompreisbremse. Zudem möchte die Regierung Unternehmen motivieren, ihren Mitarbeitern eine Inflationsprämie zu bezahlen.

Inflationsprämie: 3.000 Euro steuerfrei für Arbeitnehmer

Der Bund, heißt es im Ergebnispapier, sei bereit, „bei zusätzlichen Zahlungen der Unternehmen an ihre Beschäftigten einen Betrag von bis zu 3.000 Euro von der Steuer und den Sozialversicherungsabgaben zu befreien.“ Bedeutet also: Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern eine Inflationsprämie bezahlen. Bis zu einer Höhe von 3.000 Euro ist sie komplett steuerfrei. Demnach würden Arbeitnehmer dann von dem gesamten Betrag profitieren, berichtet merkur.de.

Inflationsprämien-Frust: Wer kann sich das überhaupt leisten?

Von der Regelung versprechen sich die Koalitionäre viel. So forderte etwa der SPD-Bundestagsabgeordnete Parsa Marvi die Unternehmen via Twitter auf, die Inflationsprämie auch „intensiv“ zu nutzen. Zuvor hatte auch Bundeskanzler Olaf Scholz die Hoffnung geäußert, dass eine Auszahlung der Inflationsprämie „flächendeckend millionenfach überall in Deutschland geschieht.“

Doch viele Beschäftigte hegen offenbar große Zweifel. Unter Marvis Tweet kommentieren einige User, dass auch viele Firmen mit den hohen Gas- und Strompreisen zu kämpfen hätten. Ein Nutzer schreibt: „Sie wissen schon, dass Arbeitgeber keine Behörden sind, die nicht wissen, wie sie das Geld loswerden sollen?“

Ein anderer erinnerte ebenfalls an die schwierige wirtschaftliche Lage in vielen Betrieben: „Es ist aber schon klar, dass auch die Unternehmen durch die Energiekosten unter Druck geraten und dieses Geld nicht wirklich ausschütten können? Wichtiger ist es, die Arbeitsplätze überhaupt zu erhalten.“

Auch die Chefs treten auf die Euphoriebremse: Sein Betrieb, twittert etwa ein Unternehmer, habe alleine bereits zwei Millionen Euro Mehrkosten für Energie zu verkraften. Das passe nicht mit einer Inflationsprämie zusammen. „Wie realitätsfremd kann man eigentlich sein?“ (ph)

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